Chronologie des Krankenhauses

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Bernd Falldorf (li.) überreichte dem Langenhorn-Archivar Erwin Möller eine Chronologie und alte Originaldokumente zum Krankenhaus Ochsenzoll.Foto: Biehl

Ruheständler rettete alte Dokumente für das Langenhorn-Archiv

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Wer in den Ruhestand geht, bekommt zum Abschied etwas geschenkt, auch Bernd Falldorf. Doch er drehte den Spieß um und fertigte seinerseits für seine Kollegen ein besonderes Geschenk an. 28 Jahre lang hatte der gelernte Maschinenbaumeister im Krankenhaus Ochsenzoll gearbeitet, zuletzt als Leiter der Arbeitstherapie im wegen seiner kriminellen Insassen berühmt-berüchtigten Haus 18. Wer jeden Winkel des Geländes kennt und auch die Geschichten, die man sich in der Klinik erzählt, ist geradezu prädestiniert, eine Chronologie der einstigen „Landwirtschaftlichen Irrencolonie“ zu erarbeiten.
Die ist nun fertig. 132 Seiten mit vielen Fotos, Statistiken und alten Dokumenten. „Ich habe rund zwei Jahre daran gearbeitet“, so Falldorf. Herausgekommen ist eine Broschüre mit interessanten Details. Der Leser erfährt zum Beispiel, dass 1918 das erste Auto angeschafft und 1972 das letzte Milchvieh verkauft wurde, und dass das Haus 18 als letztes noch bis 1987 eine Dampfheizung hatte. „Morgens wurde heißer Dampf in die gusseisernen Heizkörper geleitet. Beim Auftreffen des Dampfes auf das vorhandene Kondensat gab es so laute Geräusche, dass ein Wecker überflüssig war“, sagt Falldorf.

Wasserförderturm

Bei seinen Recherchen kam ihm zugute, dass 1993 das 100-jährige Bestehen des AKO anstand und zu diesem Anlass bereits ein Buch erschienen war. „Da gab es viel Material, das übrig geblieben war und auf dem Müll landete“, sagt der langjährige Betriebsrat. Falldorf rettete Repros alter Fotos, aber auch originale Bauzeichnungen und spendete es nun zusammen mit der
von ihm angefertigten Chronologie dem Langenhorn-Archiv von Erwin Möller. Unter den alten Papieren ist auch der 1892 gezeichnete Plan für einen Wasserförderturm.
Der sollte aus 32 Metern Tiefe das Trinkwasser hochpumpen – angetrieben von einem überdimensionalen, auf dem Dach montierten, Windrad. Der Turm wurde schließlich ohne Windrad gebaut. Stattdessen bekam er das (damals) Neueste vom Neuen spendiert:
einen Elektromotor. Erwin Möller freute sich über den Zuwachs an Originaldokumenten.
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