Dänen bauen in Langenhorn

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Vom Balkon aus können die verbliebenen ‚Bestandsmieter‘ den Baufortschritt verfolgen. Über dieser Tiefgarage mit 27 Stellplätzen werden Wohnungen entstehen. Foto: Krause
 
So sieht die Planung für die Tangstedter Landstraße aus. Grafik: gibbins

Neubau an der Tangstedter Landstraße

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Beim Stichwort ‚Dänemark‘ richtet sich der Blick auf das Königshaus, endlose Strände und gemütliche Ferienhäuser. An Bauten in Hamburg wird kaum gedacht. Dabei haben dänische Architekten das Stadtbild mitgeprägt. Arne Jacobsen mit dem HEW-Haus in der City Nord oder dem Christianeum; Christian Frederik Hansen zeichnete für einige der schönsten Villen Hamburgs verantwortlich. Auch an der Tangstedter Landstraße 106 – 124 haben seit einiger Zeit die Dänen das Sagen.
Zwischenlösung
für Mieter
Die STF Ejendomsselskap (Immobiliengesellschaft) Aps aus Kopenhagen hat vor Jahren die in die Jahre gekommene Häuserzeile übernommen und ist nun mit Volldampf dabei, die Gebäude umzubauen.
Und die Mieter? Das WochenBlatt sprach mit einer ‚Bestandsmieterin‘, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich für sie das Bauvorhaben ausgewirkt hat. „Zuerst“ so berichtet sie „hat es Gerüchte über mögliche Veränderungen gegeben. Das war keine schöne Zeit. Doch dann meldeten sich im Auftrag des Vermieters Mitarbeiter der Firma ‚gibbins‘ bei jedem von uns. Haarklein wurde uns dargelegt, was der Vermieter plant. Ganz besonders auch, was das für Konsequenzen hat. Es gab zwei Möglichkeiten: Als Zwischenlösung Umzug in zwei Häuser an der Tangstedter Landstraße oder in einen anderen Stadtteil Hamburgs. Beschafft, organisiert und bis zum Ab- und Wiederanbau von Regalen geleistet durch ‚gibbins‘. Auf Kosten des Vermieters. Ebenso klar: keine Veränderung des Mietzinses in dieser Zeit; selbst wenn die ‚Zwischenlösung‘ mehr Quadratmeter hat.“
Mieter freuen sich auf neue Wohnungen
Von ihrem Balkon aus zeigt die Bestandsmieterin auf die Baustelle der Tiefgarage „Über der Garage entsteht ein Neubau. Dahin werde ich ziehen. Den Mietvertrag habe ich schon. Das tollste – in dem etwas größerem Neubau liegt meine Warmmiete sogar etwas niedriger.“ Und wer trägt die Kosten und erledigt die Arbeiten, die beim neuerlichen Umzug anfallen?
„Auch das habe ich Schwarz auf Weiß: das wird genauso abgewickelt, wie zuvor. Alles Vermietersache!“ „Dafür, erklärt sie lächelnd, „ertrage ich den Baulärm gern. Ich hätte ja auch den Stadtteil wechseln können. Doch aus Langenhorn wollte ich nicht raus.“ So wie sie denken 13 Bestandsmieter und trotzen dem Baulärm. Andere warten in ruhigeren Gefilden auf die Rückkehr nach Langenhorn.
Was geschieht mit der Häuserzeile in der Nähe des U-Bahnhofes? Architekt und Stadtplaner Olaf Gibbins, der für die Abwicklung des Gesamtprojektes im Auftrag des Bauherrn verantwortlich ist, sagt: „Es werden in den sanierten und umgebauten Häusern entlang der Straße 100 Wohnungen entstehen. Zusätzlich 42 neue Wohnungen in drei Gebäuden auf dem östlichen Grundstücksteil. Statt 1 bis 4 Zimmerwohnungen mit 38 bis 93 Quadratmeter, stehen zukünftig 2 bis 4 Zimmermietwohnungen von 41 bis 83 Quadratmetern zur Verfügung. Alle werden zumindest ‚behindertenfreundlich‘ geplant; vier Wohnungen speziell für Rollstuhlfahrer konzipiert. Es erfolgt dafür eine Förderung durch die Wohnungsbau Kreditanstalt. Deshalb sind Wohnberechtigungsschein und ggf. zusätzliche Bestätigungen der Behörden erforderlich.“ Für die Bestandsmieter gelten diese Regeln nicht in gleicher Weise.
Optik erhalten
Die Optik der dunklen Dächer und hellen Fassaden soll erhalten bleiben. Damit bleibt das Straßenbild weitgehend unverändert und gleichzeitig wird das Mietwohnungsangebot in Langenhorn um attraktiven, bezahlbaren Wohnraum erweitert – auch für Familien. Noch steht nicht fest, wann Wohnungen angeboten werden können. Bei einer Netto-Kaltmiete von ca. 5,70 Euro je Quadratmeter dürfte die Nachfrage groß sein. Dänen in Hamburg – auch in Langenhorn offensichtlich eine kleine Erfolgsgeschichte! (fjk)
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