Dem Wasser auf der Spur - Grundschüler im Agenteneinsatz

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Kerstin Bergmann, die Lehrerin der 3a vom Krohnstieg kann stolz auf ihre Aqua-Agenten sein, denn sie haben viel über Wasser gelernt und beherzigen nun, mit Wasser sorgsam umzugehen. Foto: Krause
Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. Saskias Hamster hat es gut. Sein Käfig ist schön mit sauberer Sägespreu gepolstert, er bekommt gutes Futter und immer frisches Wasser in die Trinkflasche. Doch seitdem sie Agentin geworden ist, hat Saskia etwas geändert. Saskia und ihre 28 Mitschüler aus der 3a der Grundschule Krohnstieg sind Aqua-Agenten und schauen nun genau hin, wenn es um Wasser geht. Deshalb lässt Saskia nun nicht mehr den Wasserhahn einfach so laufen, wenn sie die Trinkflasche ihres Hamsters auswechselt. Das, so hat sie gelernt, ist gut für die Umwelt und ihrem Hamster ist das auch recht. 134 Liter Trinkwasser sind in Hamburg im Jahr 2010 pro Kopf und Tag verbraucht worden – das sind 48.910 Liter je Einwohner im Jahr. Zum Wassertag 2012 waren die Kinder aus Langenhorn in der Innenstadt unterwegs und haben Erwachsene zum Thema Wasser befragt. Denn die genannte Verbrauchszahl deckt lediglich die Wassermenge ab, die durch die Nutzung von Wasserhähnen, Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Toiletten-Spülungen usw. verbraucht wurden. Dieser offensichtliche Wasserverbrauch war vielen Erwachsenen klar. Aber Aqua-Agenten wissen mehr. So zum Beispiel, dass für die Herstellung einer Kinder-Jeans 6.000 Liter Wasser verbraucht werden und dass für die Herstellung von Lebensmitteln ebenfalls viel Wasser notwendig ist. Frederike Semtmer (28), die junge Referendarin, hat ‚ihre‘ Kinder für den Agenteneinsatz fit gemacht. Ganz wichtig dabei war der Aqua-Agenten-Koffer, eine Themenwerkstatt, die unterschiedliche Aspekte von nachhaltiger Entwicklung am Beispiel des Elements Wasser auf kreative, altersgerechte Weise umsetzt. Inhalt des Koffers sind 38 Agenten-Aufträge. „Wir konnten uns unsere Aufgaben selbst aussuchen – das geht bei anderen Fächern nicht“ lobte Ronja. Bei den ‚Aufträgen‘ dreht sich alles um die Themenfelder „Wasserversorgung“, „Wasserentsorgung“ und „Lebensraum Wasser“.
Besonders dieses Thema hat es den Kindern angetan, denn im und am Wasser leben viele Tiere – und die mögen sie alle gern. Natürlich haben die Aqua-Agenten auch den Mann vom WochenBlatt interviewt. Ganz selbstsicher forderten sie ihn auf, seinen Wasserverbrauch zu schildern. Das klappte noch ganz gut. Doch als es darum ging, die verdeckten Wasserverbräuche offenzulegen, kam auch der Zeitungsmann ins Schwitzen und zum Nachdenken. Die Kinder halfen: Ein Frühstücksei – 200 Liter Wasser, ein Blatt Papier 10 Liter, ein ganzes Mittagessen bis zu 1.000 Liter indirekter Wasserverbrauch! „Wir haben eine Mission“ ging den Drittklässlern ganz flüssig über die Lippen. Ihre Mission, ihr Auftrag ist es, dafür zu sorgen, dass in ihrem Umfeld kein „überflüssiges“ Wasser mehr fließt.
Und sie fangen damit bei sich selbst und ihren Familien an – auch wenn das „ganz schön nerven kann!“ Denn sie drehen nicht nur Wasserhähne zu, sondern schauen auch ihren Eltern bei den Einkäufen kritisch über die Schulter. (fjk)
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