Der Preis, der Juancito hilft

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Juancito (rechts hinten) lebt mit seiner Familie in einem Bergdorf in den bolivianischen Anden. Der 14-Jährige ist von Geburt an gehandicapt. Er schielt stark. Die Unterstützung aus Langenhorn ermöglicht ihm den Schulbesuch Foto: Rivero

Fritz-Schumacher-Schüler für Bolivien-Engagement ausgezeichnet

Von Daniela Maria Hübsch
Langenhorn. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Die Klasse 10e der Fritz-Schumacher-Schule hat das wörtlich genommen. Seit der siebten Klasse richteten die Schüler die Buffets für Lehrerkonferenzen aus. Damit halfen sie Juan, dem bolivianischen Patenkind der 10e. Die Erlöse aus der Verköstigung von immerhin etwa 50 Personen je Konferenz, kamen dem Projekt „Wir helfen Juancito in Camargo“ zugute. Mit monatlich 25 Euro ist Juan eine gute Schulausbildung sicher. Dieses Engagement wurde am Montag mit dem DHL Express Charity Preis ausgezeichnet. Die 20 Schüler der 10e freuten sich über die feierliche Verleihung von 1.000 Euro, einer Urkunde und einem hübschen Glaspokal.

Nebenjob statt Pause

Mit dem DHL-Express Charity Preis zeichnet die Firma seit vier Jahren besondere Projekte ihrer Kooperationsschulen aus. Dieses Jahr gefielen der siebenköpfigen Jury im Bonner DHL-Firmensitz zwei der insgesamt sieben eingereichten Projekte so gut, dass sie kurzerhand zwei erste Preise vergaben, wovon einer nach Hamburg, der andere nach München geht.
Als herauskam, dass die Klasse Sieger ist, war der Jubel groß: „Klar gab es auch mal kritische Situationen, aber zu guter Letzt sind dann immer noch Schüler eingesprungen und haben die Sache durchgezogen. Ich freu’ mich sehr für die Klasse!“ meint Klassenlehrerin Maria von Eschwege mit sichtlichem Stolz auf ihre Schüler. Verdient haben sich die Mädchen und Jungs aus der 10e die Anerkennung allemal! Wenn andere Schüler Pause machten und mit Freunden Spaß hatten, mussten sie bei anstehenden Konferenzen die kalten und warmen Speisen des Buffets planen, dafür einkaufen, alles zubereiten, anrichten, dekorieren und zum Schluss natürlich auch wieder aufräumen! An Unterrichtsausfall war aber dennoch nicht zu denken!

Frühe Übung macht den Meister

Gelernt haben die jungen Köche ihre Kunst in der sechsten Klasse im Unterrichtsfach Arbeitslehre. Heute jonglieren sie selbst anspruchsvolle Gerichte mit Leichtigkeit und zaubern köstliche Gratins, Ingwermöhren, Rosmarinkartoffeln oder leckere, gesunde Salate und Canapés. Nebenbei lernen sie, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und wie befriedigend ehrenamtliche Teamarbeit sein kann. So konnten sie sich mit ihrem Schützling bereits freuen, als diesem bei einem Augenfehler geholfen wurde und seine Zähne gerichtet wurden. Ein bisschen wehmütig ist Maria von Eschwege schon, wenn diese Klasse im kommenden Jahr auseinander geht. Aber das Projekt lebt weiter und wird von der nächsten Schülergeneration, der 6e übernommen. Von dem Preisgeld will die 10e einen Großteil für das bolivianische Projekt spenden, der andere Teil soll auf der kommenden Klassenreise für einige Extras verwendet werden.
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