Die Wehranlage ist noch im Bau

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Ingenieur Karsten Winat steht auf dem Dach des neuen Betriebsgebäudes. Unter ihm befindet sich die trocken gelegte Baugrube für die neue Wehranlage.Foto: sl

Regen und Frost warfen die Arbeiten an der Fuhlsbütteler Schleuse zurück

Von Sylvana Lublow
Fuhlsbüttel. Als die 100 Jahre alte Fuhlsbütteler Schleuse im Juni vergangenen Jahres abgerissen wurde, trieb das sicherlich nicht wenigen Anwohnern und Geschichtsliebhabern Wehmuts-Tränen in die Augen. Sie war die letzte Schleuse im Oberlauf der Alster und die letzte, die noch per Hand bedient werden musste.
Doch die Standsicherheit der alten Schleuse war nicht mehr gegeben, zudem schluckte sie hohe Unterhaltungskosten. Große Schiffe passierten die Alster an dieser Stelle schon lange nicht mehr, dafür ist sie zu flach. Das Denkmalschutzamt und die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt haben die Anlage damals ausgiebig geprüft: Ein Neubau war unumgänglich. Entstehen soll eine Wehranlage ohne Schleusenkammer, die den Höhenunterschied von vier Metern zwischen Ober- und Unterwasser reguliert. Laut Planung sollte die neue Anlage bis September dieses Jahres fertiggestellt sein. Doch die Wetterbedingungen verlängerten die Bauzeit. „Sie wird noch in diesem Jahr fertig, wahrscheinlich Ende Oktober“, sagt Projektleiter Karsten Winat: „Die Frostphase im Winter und der viele Regen haben uns zurückgeworfen.“
In den vergangenen Monaten seien häufig interessierte Anwohner vor Ort gewesen, haben die Arbeiten beobachtet und sich informiert. Das Interesse freut Winat, der auch die letzten Skeptiker beruhigen kann: „Die gesamte Anlage wird ins Stadtbild passen und den für hier typischen Backstein-Look bekommen.“
Neue Dämmwand
Eine Dämmwand aus Backstein ist bereits fertig. Auch das Betriebsgebäude, von dem bisher erst die nackten Mauern stehen, werde mit den roten Backsteinen verkleidet. „Derjenige, der hier arbeiten wird, hat einen tollen Ausblick auf den Oberlauf, weil die großen Fenster bis zum Fußboden reichen“, erklärt Winat. Da die Anlage automatisch laufen wird, werde dieser Arbeitsplatz jedoch nur bei Störungen besetzt sein. Neben der Wehranlage wird auch an einem Mäander-Fischpass gebaut, der es den Fischen ermöglicht, vom Ober- zum Unterwasser und umgekehrt zu gelangen. So können die Fische zum Laichen an die Quelle ihrer Kindheit schwimmen – für sie endet die Reise gegen den Strom dank des Passes nicht vorzeitig. Der Mäander-Fischpass wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds bezuschusst.

Slipanlage für Ruderer
Die neue Slipanlage für die Ruderer werde erst im nächsten Jahr fertiggestellt. „Wir bauen außerdem noch einen langen Bootssteg“, sagt Ingenieur Winat. Wer sich für das Funktionieren der Wehrklappen interessiert, kann das demnächst dank einer großen Treppenanlage genau beobachten. Fische, Ruderer und Zuschauer werden von dem Neubau profitieren, der bei anhaltender guter Wetterlage schon bald in Betrieb gehen kann. (sl)
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