Dienst, wenn andere feiern

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Feuerwehr: Necettin Ülbegi
 
Taxi-Zentrale: Tamara Schackmann

Diese drei Wochenblatt-Leser stehen für viele, die zum Fest arbeiten müssen

Norderstedt. An Heiligabend werden in den meisten Haushalten Norderstedts Weihnachtsbäume geschmückt, schnell noch ein paar Geschenke eingepackt, das Festessen vorbereitet. Der liebe Besuch trifft ein, vielleicht geht es in die Kirche. Doch so sieht es nicht bei allen Menschen aus – der Alltag geht auch Weihnachten für sie weiter. Stellvertretend für alle stellt das Wochenblatt drei von ihnen vor. (blu)

Feuerwehrmann Necettin Ülbegi

„Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr muss man mit allem rechnen und alles stehen und liegen lassen, wenn der Piepser geht – auch Weihnachten“, sagt Necettin Ülbegi mit Überzeugung. Seinen schlimmsten Einsatz hatte der 29-Jährige vor einigen Jahren an Heiligabend in Glashütte: Es galt einen Wohnungsbrand zu löschen, bei dem der Mieter leider nur tot geborgen werden konnte. „Das gibt schon einen Dämpfer“, resümiert der Norderstedter, „aber es gehört zum Arbeitsalltag“. Allerdings beeinträchtigen die spontanen Einsätze auch den Ablauf des Festtages. So musste die Schwiegermutter in spe schon mal die Ente im Bratrohr außerplanmäßig lange warm halten; ein anderes Mal gab es sogar nur Aufgewärmtes aus der Tupperdose. „Familie und Freunde respektieren meine wichtige gemeinnützige Arbeit, schließlich habe ich mich ihr verpflichtet.“ (blu)

Taxi-Zentral: Tamara Schackmann

Die Vorfreude auf den Heiligen Abend geht bei Tamara Schackmann in den vielen Telefonaten unter, die sie führen wird, denn die Henstedt-Ulzburgerin sitzt am 24. Dezember in der Zentrale von Topp-Taxi in Norderstedt. „Das Geschäft muss weiterlaufen, und gerade am 24. ist viel los. Etwa 30 Taxen von uns werden unterwegs sein. Am Nachmittag wollen die Fahrgäste zur Kirche und zu Besuchen gebracht werden und ab 21.30 Uhr wieder nach Hause“, erklärt sie sachlich. „Ist aber halb so schlimm für mich, unser Sohn ist schon groß und Familie kommt nicht zu Besuch. Einkäufe erledige ich in den Tagen zuvor, frisches Brot und Salate müssen meine Männer besorgen.“ Organisation ist eben alles. Und wenn Tamara Schackmann zu später Stunde schließlich Feierabend hat, blubbert bereits das Fett im Fondue-Topf – dann ist auch für sie endlich Weihnachten. (blu)

Altenpflegeheim: Anne Bartsch

(Fast) alle Jahre wieder feiert Anne Bartsch zwei Mal hintereinander den Heiligen Abend: am Nachmittag mit den 40 Bewohnern des Altenpflegeheims Sommer in Tangstedt (auf dem Foto: Ursula Lietsche, 92) und spät abends mit ihrem Freund Lars. Der hat dafür Verständnis, schließlich arbeitet er im selben Haus – im Idealfall in derselben Schicht wie dieses Jahr. Für die 28-Jährige ist es normal, an Feiertagen zu arbeiten. „Viele in meiner Familie sind in der Pflege tätig, ich bin es von klein auf gewöhnt, dass nie alle zusammen feiern können“, sagt die Pflegefachkraft. Am Nachmittag gibt es im großen Aufenthaltsraum des Heimes ein gemütliches Kaffeetrinken mit Liedern und Gedichten für Bewohner und Angehörige „wie in einer großen Familie“. Sind abends alle versorgt, geht es gegen 21.30 Uhr nach Hause auf den Rhen. „Dann machen Lars und ich es uns gemütlich, beschenken uns, schauen eine DVD und naschen vom Süßigkeitenteller.“ (blu)
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