Ein Anker für kindliche Seelen

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„Danke, heute bin ich sehr gut drauf“ Sozialpädagogin Diakonin Johanna Kutzke bedankte sich mit dem „Stimmungswürfel“ in der Hand bei Laudator Dietrich Sattler (l.) und Rüdiger von Brocke von der Sozial- und Diakoniestation Langenhorn für die Auszeichnung Foto: Krause

Sozialpreis 2014 für stadtweites Projekt „Seelenhalt“

Langenhorn/Hamburg Dank und Anerkennung drückt der jährlich von der Sozial- und Diakoniestation Langenhorn vergebene Sozialpreis aus. Er hebt Organisationen, Gruppen aber auch Einzelpersonen hervor, die oft weitgehend unbemerkt, Außergewöhnliches für andere leisten. So wie das Projekt „SeelenHalt“ des Diakonie-Hilfswerks Hamburg, das in diesem Jahr die von der Firma Stolle finanzierte Auszeichnung erhielt.
Dietrich Sattler, früherer Vorsteher des Rauhen Hauses, schilderte in seiner Laudatio die Aufgabenstellung des nun ausgezeichneten Projektes. Er warf dabei gleichzeitig ein Streiflicht auf die Situation von etwa 30.000 Familien in Hamburg, bei dem ein Elternteil an einer psychischen Erkrankung leidet.

Jeder kann psychisch erkranken


„Psychische Erkrankungen“ so die Dipl. Sozialpädagogin Diakonin Johanna Kutzke, die den Preis entgegennahm zum WochenBlatt „können jeden treffen. Statistisch erkrankt jeder dritte Erwachsene einmal in seinem Leben daran.
Damit ist nicht gemeint, ein paar Tage ‚schlecht drauf‘ zu sein, oder die schwere Zeit der Trauerarbeit nach dem Verlust eines lieben Menschen. Anders als ein Arm- oder Beinbruch tritt eine physische Erkrankung nur selten direkt in Erscheinung.
Es ist eine Krankheit, über die man nicht spricht, die häufig zu Isolation und Vereinsamung führt. Sie ist sie heute die zweithäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit.“
Unter der Erkrankung eines Elternteils leiden immer auch die Kinder. Oft versuchen sie aufzufangen, was in der Familie krankheitsbedingt vernachlässigt wird und belasten sich selbst damit weit über ein erträgliches Maß hinaus. Während für psychisch erkrankte Eltern – zumindest prinzipiell – von vielen Seiten professionelle Unterstützung und Hilfe verfügbar ist, stehen die nicht erkrankten Kinder oft mit ihren Problemen allein da.
Hier setzt das Projekt „SeelenHalt“ an. Jeweils ein Mann / Frau Team gibt ihnen in „AURYN“-Kindergruppen die Möglichkeit, ihre Probleme offen anzusprechen und sich untereinander auszutauschen.
Hier erfahren sie: „Du hast keine Schuld, wenn es der Mutter schlecht geht – sag ‚nein‘ wenn es darum geht, die Aufgabe des Vaters zu übernehmen!“ Eigentlich Selbstverständlichkeiten, die aber bei Kindern betroffener Familien nicht selbstverständlich sind. Wichtig zu Beginn einer Gruppenstunde ist ein Piktogramm-Würfel, mit dem die Kinder ohne viele Worte den anderen ihre augenblickliche Gemütslage signalisieren können.

Projekt für weitere sechs Monate gesichert


„Heute bin ich sehr gut drauf“ erklärte Johanna Kutzke mit dem Würfel in der Hand „denn Dank des Preisgeldes von 3.000 Euro ist das Kindergruppenprojekt, das sich ausschließlich aus Spenden finanziert, für rund sechs Monate weiter gesichert!“ (fjk)

Anfragen und Informationen zu „SeelenHalt“ über: SeelenHalt@diakonie-hamburg.de, 30620 -245 oder 250
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