Einsatz mit Herz für Flüchtlinge

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Mariam Dastur (20, l.) und Mareike Baum (34) helfen Kindern aus Flüchtlingsfamilien bei Schulproblemen Foto: Krause
 
Charmanter Farbtupfer unter den Gästen: Salma Jafar aus Afghanistan. Sie bringt ihre Sprachkenntnisse ein Foto: Krause

Ehrenamtliche bei Empfang im Rathaus gewürdigt

Hamburg Im Jahr 2014 sind mit weit über 5.000 Menschen aus den Krisengebieten der Welt so viele Flüchtlinge nach Hamburg kommen wie schon seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr. Bürgerinnen und Bürger helfen ehrenamtlich, um den Flüchtlingen ihren Aufenthalt in der Stadt zu erleichtern und ihnen bei der Integration zu helfen.
Viele von ihnen waren in der vergangenen Woche stellvertretend für alle anderen Helfer in den Kaisersaal des Rathauses eingeladen. In der von „Michel“-Hauptpastor Alexander Röder moderierten Veranstaltung wurden exemplarische Projekte vorgestellt – eines davon trat sogar lautstark in Erscheinung. Eine Musikgruppe aus Schülern der Stadtteilschule Barmbek und des Gymnasiums Othmarschen sorgte mit modernen Klängen für den musikalischen Rahmen.

Stadt vorangebracht


Gleichfalls eingeladen waren auch die Mitarbeiter von „fördern & wohnen“. Diese „Anstalt öffentlichen Rechts“ ist von der Sozialbehörde damit betraut, über 60 Unterkünfte für Flüchtlinge und obdachlose Hamburger zu managen und zusätzliche Unterkünfte zu entwickeln. Den ehrenamtlichen wie auch den hauptamtlichen Unterstützern dankte Olaf Scholz für ihr Engagement. Ausdrücklich verwies er darauf, dass es in der Geschichte Hamburgs auch immer wieder Flüchtlinge und ihre Nachkommen waren, die die Stadt vorangebracht haben. Auffällig war der große Anteil von Gästen mit Migrationshintergrund im Kaisersaal. Sie, die bereits in Hamburg „angekommen“ sind, unterstützen mit ihren besonderen Fähigkeiten die Neuankömmlinge. So zum Beispiel Salma Jafar aus Afghanistan. Seit 18 Jahren lebt sie in Deutschland. Die Sprache beherrscht sie perfekt. Doch ihr Aufenthaltsstatus ist auch nach so langer Zeit nicht gesichert. Dennoch setzt sich die selbstbewusste Frau ehrenamtlich als Dolmetscherin ein. Hauptberuflich ist sie als Kulturmittlerin an Hamburger Schulen unterwegs.
Auch Tabea Nestler ist „Zugereiste“. Allerdings war ihr Weg deutlich kürzer. Die aus Görlitz stammende Musik-Pädagogin leitete unter anderem einen Gemeindechor am Grindelberg bevor die Geburt ihre Tochter Lea Mathilda andere Schwerpunkte setzte. „Ich habe eine multikulturelle Mutter-Kind Gruppe ins Leben gerufen“, berichtet sie, „fünf bis sechs Mütter mit ihren Kindern treffen sich wöchentlich. Die Kinder schlagen ganz schnell Brücken zueinander. So ist meine kleine Tochter eine unverzichtbare Mitarbeiterin. Musik ist eine Sprache, die jeder versteht. Deshalb gehört bei jedem Treffen auch das Musizieren mit Orffschen Instrumenten dazu“.
Mit älteren Kinder und möglichen Schulproblemen beschäftigen sich Mariam Dastur und Mareike Baum. Die Lehramtsstudentin und die in leitender Position arbeitende Angestellte treffen sich jeden Donnertag mit ihren Schützlingen. „Durch die Ganztagsschule haben sich die Schwerpunkte von der Schularbeiten Unterstützung hin zum vertrauten Gespräch verschoben“ berichten die jungen Frauen „es ist toll zu beobachten, welche rasante Entwicklung ‚unsere‘ Kinder genommen haben!“
Matthias Winkel von „fördern & wohnen“ nennt einige wichtige Kriterien, wenn man sich in die Willkommenskultur einbringen möchte. „Überlegen Sie, ob ihnen das, was Sie tun wollen selbst Spaß macht. Ist es etwas, was Sie schon können? Sind Sie bereit, von anderen zu lernen? Sind Sie offen auch für vorerst Unverständliches?“ (fjk)

Wie Mitarbeit möglich ist, darüber gibt Gisela Richter aus ihren Erfahrungen gern Auskunft. 0172/413 2939. Infos auch im Internet: www.hamburg.de
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