Er webt ein soziales Netz

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Joachim Tröstler (56) ist der Mann der Kirche fürs ‚networking‘

Joachim Tröstler und die Gemeinwesendiakonie in Langenhorn

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn. In der Region Langenhorn gibt es eine neue, auf fünf Jahre begrenzte Projektpfarrstelle für „Gemeinwesendiakonie“. Dabei geht es um das gemeinsame Handeln von Kirche, Diakonie und anderen Trägern für die Menschen in Langenhorn, um Quartiersentwicklung aus kirchlicher Perspektive. Am vergangenen Sonntag wurde Pastor Joachim Tröstler in das Amt eingeführt.
Es gab Zeiten, da gestaltete Kirche das Leben der Menschen weitaus mehr als heute. Der Tagesheilige bestimmte – wie bei Martin Luther – den Namen eines neuen Erdenbürgers, Gesundheitswesen und Friedhöfe waren in kirchlicher Hand. Sogar weltliche und kirchliche Obrigkeit waren oft identisch. Ein Leben ohne das als schützend oder als beengend empfundene Netz der Kirche war unmöglich. Das hat sich geändert.

Bestandsaufnahme

Obwohl die Panoramen der Städte von Kirchtürmen geprägt, obwohl in Langenhorn zum Beispiel die Ansgar Kirche für viele Menschen noch immer Wahrzeichen des Stadtteils ist; ‚mittendrin‘ ist Kirche schon lange nicht mehr. Das weiß auch Joachim Tröstler, der als Gemeindepastor 23 Jahre in Bramfeld gearbeitet hat. Der gebürtige Hamburger hat in der Hansestadt Theologie studiert, sich zusätzlich im Gesundheits- und Sozialmanagement qualifiziert. Zürich, Genf und Südafrika waren weitere Stationen. Nun Langenhorn. Tröstlers Pfarrstelle mit dem sperrigen Namen umfasst alle Langenhorner Gemeinden und soll vor allen Dingen die Vernetzung aller diakonischer Angebote in Stadtteil - nicht nur die der evangelischen Kirche – fördern und stärken. Für den Stelleninhaber bedeutet das im ersten Schritt Bestandsaufnahme. Dazu hat er sich seit November 2012 in Langenhorn auf den Weg gemacht und mit vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern im diakonischen Dienst Gespräche geführt.

Gemeinwesen stärken

Mit dem Netz, an dem er mitarbeiten will, sollen nicht Menschen gefangen, sondern aufgefangen werden. Im Alltag geerdet, soll dieses Netz aus privaten, staatlichen und kirchlichen ‚Seilen‘ das Gemeinwesen im Stadtteil stärken. Natürlich ist Tröstlers Rolle auch die eines Kirchenmannes. Wenn Gemeinwesendiakonie gelingt, denn könnte einer der Kernsätze der christlichen Botschaft „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Galater 5.14. 2) das innerkirchliche Milieu überwinden, könnte von der Leuchtkraft des Evangeliums im Stadtteil künden. Ein schwieriges Aufgabenfeld mit einem schwierigen Namen. Ob und wie Ergebnisse messbar sein werden, weiß Joachim Tröstler noch nicht. Er hat die Arbeit aufgenommen.
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