Fasten in Langenhorn

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Hier präsentieren Rehama Ahmad, Sana Khan und Mariam Hina Khan aus Langenhorn typische Speisen (v.li.) Pakoras, Paratas und Datteln, die bei keinem Essen fehlen sollten. Fotos: Krause
 
Die Fazle-Omar-Moschee wurde 1957 in Hamburg-Stellingen eröffnet. Sie ist die zweitälteste Moschee in Deutschland und der erste Moscheeneubau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ramadan und seine Gebräuche

Langenhorn. Christen orientierten sich viele Jahrhunderte an dem heute weitgehend in Vergessenheit geratenem Satz: „Durch das Fasten des Leibes unterdrückst du die Sünde, erhebst du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn.“
Etliche Christen haben das Fasten inzwischen wieder für sich entdeckt. Muslime weltweit und natürlich auch in Langenhorn fasten jährlich. Am 20. Juli begann der islamische Fastenmonat Ramadan. Er ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Durch die Anbindung an den Mondzyklus verlagert sich der Beginn des Ramadans in jedem Jahr um ein paar Tage in Richtung des Anfangs des Kalenderjahres. Im Ramadan sollen gläubige Muslime am Tag selbst nichts essen und trinken und auch sonst enthaltsam und bewusster leben. Ausgenommen vom Nahrungsverzicht sind Kinder vor der Pubertät, schwangere Frauen, Reisende und Kranke. Nach Sonnenuntergang darf dann jedoch wieder gegessen und getrunken werden. Beim muslimische Fasten steht die bewusste religiöse Vertiefung im Vordergrund, weniger der Verzicht auf Nahrung an sich.

Gehaltvolle Gerichte
Wenn die Verlagerung des gemeinsamen Essens in der dunklen Jahreszeit in die Zeit vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang noch relativ leicht zu bewerkstelligen ist, stellt es im Hochsommer für die Speisenbereitung und Zeiteinteilung eine erhebliche Herausforderung dar. Das WochenBlatt hat sich zum Thema Ramadan mit der Langenhorner Studentin Mariam Hina Khan (21) unterhalten. Unterstützung hatte sie bei dem Gespräch in der ältesten Moschee Hamburgs, der Fazal Omar Moschee in der Wieckstraße – von zwei erfahrenen Hausfrauen. Sana Khan und Rehama Ahmad erzählten nicht nur gemeinsam mit der jungen Langenhornerin anschaulich über das Familienleben im Fastenmonat, sondern sie brachten auch für den Gast vom WochenBlatt Anschauungsmaterial mit. Der familiäre Hintergrund der drei Damen mit deutscher Staatsangehörigkeit liegt in Pakistan. Eine Besonderheit bringt dabei Sana Khan (36), Mutter von fünf Kindern mit. Ihre Wiege stand im polnischen Katowice – sie ist aber inzwischen topfit, wenn es darum geht, muslimisches Leben zu schildern.
Wie sind nun z. B. in dieser Woche die Zeiten, in den etwas gegessen oder getrunken werden darf? Am Dienstag, den 7. August beginnt das Fasten bereits um 04.17 Uhr und endet erst um 21.06 Uhr.
Wer so früh aufsteht um zu essen, der muss ein gehaltvolles Gericht zu sich nehmen, damit es auch den Tag über vorhält. Mit Kartoffeln gefüllte Paratas zum Beispiel. Die werden aus Vollkornmehl und Wasser zubereitet und sehen aus wie dunkle Eierkuchen oder bretonische Galette. Ganz köstlich die Pakoras mit einem Teig aus Kichererbsenmehl.

Am 19. August endete der Ramadan
Ist es nun schwer zu fasten? „Wenn der Tag so lang wie im Hochsommer ist, da kann man am Abend schon einmal etwas Kopfschmerzen haben“ räumt Mariam aus Langenhorn, die in Kiel Anglistik und Spanisch auf Lehramt studiert, ein. „Es geht ja aber im Ramadan nicht vordergründig darum, zu hungern. Der Mensch soll dabei frei werden, die Chance nutzen, sich religiös zu vertiefen.“ Die Hausfrauen pflichten der jungen Frau bei „Wenn wir tagsüber nicht kochen, dann haben wir plötzlich Zeit – Zeit die wir auch nutzen, um zu beten.“ Für die ganze Familie ist die spätabendliche gemeinsame Mahlzeit ein besonderes Erlebnis. Am 19. August endete der Ramadan mit einem festlichen ‚Fastenbrechen‘. (fjk)
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