Friedhof im Blütenrausch

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Rhododendren sind ein prägendes Element auf Ohlsdorf. Hier die zwischen 1886 bis 1917 entstandene Grabanlage Laeisz, Hansen, Canel und Meerwein Fotos: Krause

Förderkreis lädt zur Führung ein

Ohlsdorf. Jedes Jahr um diese Zeit ist auf dem weltgrößten Parkfriedhof das großartige Ereignis der Rhododendronblüte zu bestaunen. Viele tausend Exemplare begleiten auf Schritt und Tritt die geführten Spaziergänge zu Gräbern bekannter Persönlichkeiten und deren eindrucksvollen Denkmalen. Am kommenden Sonntag lädt der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. zu einer Führung ein.
Nicht nur nach St. Petersburg, sondern auch nach Hamburg gelangte ‚Rhododendron catawbiense Grandiflorum‘. Die Hamburger Baumschule James Booth & Söhne sorgte für die Verbreitung der Pflanze. Als der Betrieb 1884 schloss, sicherte sich Wilhelm Cordes, der Gründungsdirektor des Ohlsdorfer Friedhofs, für 17.000 Mark über 50.000 Stück Gehölz. Die damals mit erworbenen Rhododendren bildeten den Grundstock – immer wieder vermehrt und ausgesprochen wuchsfreudig und robust – für die unzähligen Pflanzen, die heute weite Teile des Friedhofs dominieren. Auch wenn es dort über 450 Gehölzarten gibt – nachhaltigen Eindruck auf die Besucher der rund 400 Hektar großen Anlage hinterlassen mit Sicherheit die Einwanderer aus Nordamerika. Mit ihren immergrünen Blättern prägen sie das Gesicht des Friedhofs. Feierlich ernst besetzten die gedrungen wachsenden, dunklen Pflanzen viele Ecken auf Ohlsdorf – schwingen sich gar bis auf Baumhöhe auf. Einmal im Jahr aber, je nach Witterung zwischen Ende Mai und Anfang Juni, versetzt das Gehölz vom Catawba-River den Garten der Toten in einen purpurlila gefärbten Blütenrausch. Es gibt zwar weltweit über tausend Arten dieses Heidekrautgewächses, aber auf Ohlsdorf, da dominiert das ‚Schnäppchen‘ von 1884. Die Blätter der von der Atlantikküste bis in 5.000 Meter Höhe widerstandsfähigen Pflanze sehen sich sehr ähnlich; doch die markante Farbe der ‚Rhododendron catawbiense Grandiflorum’ ist unverwechselbar. (fjk)
Sonntag, 2. Juni, 10.30 Uhr Treffpunkt hinter dem
Verwaltungsgebäude
Fuhlsbüttler Str. 756.
4 Euro Kostenbeitrag erbeten –
Kinder sind frei
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