Fünf Ehen und ein Liebespaar

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Die ehemalige 13 c trifft sich seit 50 Jahren in jedem November zum Klassentreffen. Das sei ein Monat, in dem es grau und kalt sei und Weihnachten noch weit entfernt, da hätten die meisten Zeit, hatte Klassenlehrer Messerschmidt empfohlen. Foto: Grell

Klassentreffen seit 50 Jahren

Von Karen Grell

Klein Borstel. Seit 1962, als die 13. Klasse des Albert Schweitzer Gymnasiums Alstertal von der Schule ging, hat in jedem Jahr ein Klassentreffen stattgefunden. Am Wochenende war es bereits das 50. Mal, dass 30 der insgesamt 57 ehemaligen Schüler zusammenkamen. Das Jubiläum brachte einige zusätzliche Überraschungen. Nicht nur die Bootsfahrt mit dem Alsterdampfer war ein Highlight, auch der ehemalige Musiklehrer Norbert Linke war zum ersten Mal dabei und konnte sich noch gut an die Lateinlehrerin Helga Tuchen erinnern, die schon bei einigen der letzten Klassentreffen vorbeigekommen war. „Zu erzählen gibt es immer etwas, auch wenn man sich in jedem Jahr trifft“, weiß Hans-Georg Mäckelmann, der die Treffen von jeher organisiert und zum Fünfzigsten dafür ein besonders großes Lob erhielt. „Es war oft eine Sherlock Holmes Arbeit“, beschreibt der ehemalige Basketball-Nationalspieler die Suche nach den Mitschülern. Mäckelmann, der von seinen Mitschülern bis heute mit Mäcki gerufen wird, hat bei Nachbarn geforscht, sogar auf Friedhöfen recherchiert und hat am Ende alle zwölf aufgespürt, die noch nicht auf der Klassenliste standen. Zwischen Frankreich und den USA, Australien und Guatemala sind die Schüler auf der ganzen Welt verstreut und versuchen trotzdem in jedem Jahr nach Hamburg zu kommen. „Wenn ihr als Klasse bestehen bleiben wollt, dann müsst ihr euch immer am gleichen Tag und an demselben Ort treffen“, hatte Klassenlehrer Helmut Messerschmidt seinen Sprösslingen geraten. Der Ruf der Klasse war nicht der beste. Während die Parallelklasse die Vorzeigeklasse gewesen sei, sind alle Sitzenbleiber und Schüler von anderen Schulen in die „C“ gekommen. „Es war eine wunderbare Klasse“, schwärmt allerdings Lateinlehrerin Helga Tuchen noch heute. Während an vielen Schulen die Mädchen und Jungen aus der eigenen Klasse sich meist blöde finden, hat es hier drei Hochzeiten in den eigenen Reihen gegeben und zwei Jungen, die dann ein Mädchen aus der Parallelklasse geehelicht haben. Ein Paar, das während der Schulzeit zusammen war, hat sich vor drei Jahren wiedergefunden. „Es hat noch einmal gefunkt“, lacht Klaus Wulff, der mit seiner Monika nun schon seit drei Jahren zusammenlebt. Fünf Ehepaare und eines, das ja vielleicht noch eins werden könnte, sind wohl der absolute Rekord, den es je in einer Klasse gegeben hat. Und alle anderen „sind einfach eine ganz tolle Gemeinschaft gewesen und bis heute in Kontakt geblieben. Lateinlehrerin Helga Tuchen hat versprochen, nun auf jeden Fall immer dabei zu sein, wenn sich die 13 c trifft und vielleicht wird es dem Musiklehrer auch so gehen? (kg)
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