Garantien für Hamburger Siedlung

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Finanzsenator Peter Tschentscher (M.) sah sich mit Bezirkschef Harald Rösler (2.v.l.) und den Genossenschaftsvorständen Ernst Lautenschlager (l.), Bernd Brunhöver (2.v.r.) und Uwe Baumgarten die Fritz-Schumacher-Siedlung (gr. Foto) an
 
Foto: Nowatzky

Absage an Nachverdichtung. Wird Verwaltungsvertrag vorzeitig verlängert?

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn „Wir wollen keine Nachverdichtung“. Mit diesen Worten erteilte Bezirkschef Harald Rösler (SPD) Spekulationen um die Fritz-Schumacher-Siedlung Langenhorn eine Absage.
Der Hintergrund: Derzeit gibt es auf Rathausebene Überlegungen, Wohnungsimmobilien aus dem Vermögen der Stadt an die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA zu verkaufen. In diesem Zusammenhang befürchten viele Bewohner den Verkauf auch ihrer Siedlung und eine folgende Nachverdichtung, um Wohnraum zu gewinnen. Doch Rösler stellte klar: Es gebe zur Zeit 2.800 genehmigte Wohnungsneubauten im Bezirk Nord. Daher müsse man nicht auf die Gartensiedlung schielen, die 1918 bis 1921 als erster städtisches Wohnungsbauprojekt von Baudirektor Schumacher (1869 - 1947) errichtet worden war. Die 658 Häuschen im Grünen haben durchschnittlich 75 Quadratmeter Wohnfläche und waren einst für Kriegsteilnehmer und kinderreiche Arbeiterfamilien gedacht.
Auch Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) dementierte die Gerüchte, als er zu Besuch an der Tangstedter Landstraße war, um mit dem Vorstand der Genossenschaft der Fritz-Schumacher-Siedlung über eine vorzeitige Verlängerung des Verwaltungsvertrages zu sprechen. Eigentümerin der Siedlung ist die Stadt Hamburg. 1990 ging die Verwaltung der Siedlung von der SAGA auf die damals neu gegründete Genossenschaft über – nach einem Streit über geplante Mieterhöhungen. Seitdem erhält die Stadt 25 Prozent der Mieteinnahmen, zehn Prozent kann die Genossenschaft für ihre Verwaltung verwenden.
Seit 1990 erhält die Stadt 25 Prozent der Mieteinnahmen, zehn Prozent kann die Genossenschaft für ihre Verwaltungsaufgaben verwenden. 65 Prozent werden für Instandhaltung investiert. Dabei übernehmen die Mieter die Arbeiten selbst und erhalten die nötigen Materialien von der Genossenschaft.
2020 läuft dieser Vertrag zwischen den Genossenschaftlern und der Stadt aus, mit einer Option über weitere zehn Jahre. „ Danach wäre die Siedlung ja nicht weg, aber die Bedingungen wären anders“, so Vorstand Uwe Baumgarten.
Daniel Stricker, Pressesprecher der Finanzbehörde, bestätigte einen möglichen Verkauf städtischer Immobilien an die SAGA. „Es geht um eine klarere Zuordnung von Eigentum der Stadt“, so Stricker. Aber er sagt auch: „Die Fritz-Schumacher-Siedlung gehört nicht dazu.“

Wird Vertrag vorzeitig verlängert?

Finanzsenator Tschentscher hat jetzt der Genossenschaft zugesagt, eine Vertragsverlängerung zu prüfen. Bei einem Gang durch die Siedlung überzeugte sich der Senator gemeinsam mit Bezirkschef Rösler von der Qualität der Siedlung und zeigte sich auch vom sozialen Zusammenhalt beeindruckt. „Ich finde die Konstruktion gut und werde das im Auge behalten“, so Tschentscher. Das gelte unabhängig vom formalen Eigentümer. „Die Siedlung ist eine Hamburgensie, ein besonderes Ensemble und schützenswert.“
Auch andere Genossenschaften und Wohnungsbauunternehmen hätten in letzter Zeit zur Planungssicherheit für Investitionen vorzeitig Erbpachtverträge oder Mietverträge mit der Stadt verlängert. „Wir schaffen mit einer Mietverlängerung eine langfristige Perspektive“, sagt auch Harald Rösler. „Die Siedlung ist ein Erfolgsmodell.“ (now)
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