Gefahr vorerst gebannt

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Da standen sie noch: Jörn Huch, Vorsitzender des KleingartenVereins Twisselwisch, vor dem Feld voller Herkulesstauden. Nach einigem Hin und her wurde es jetzt gerodet Fotos: Biehl
 
Die Herkulesstaude blüht imposant. Doch ihr Saft verursacht schwere Verbrennungen

Bärenklau bedrohte Kleingarten. Besitzverhältnisse verzögerten Abhilfe

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Was tun, wenn man eine Gefahr nahen sieht, aber die Hilfe, ihrer Herr zu werden, ausbleibt? Diese Frage musste sich auch der Vorstand des Kleingartenvereins am Twisselwisch in Langenhorn stellen. Seit Jahren beobachten dort die Parzellenbesitzer, wie sich im Randbereich die Herkulesstaude ausbreitet und bereits ihre Samen in die Gärten streut. Die Verbrennungsgefahr, die beim so genannten „Riesenbärenklau“ vom Pflanzensaft ausgeht, wird in jedem Frühjahr neu thematisiert, zum Beispiel von Naturschützern, Behörden und in Dutzenden Internet-Foren. Doch am Twisselwisch stand man vor einem ganz praktischen Problem: Wer ist zuständig, um das große Feld von dem fiesen Kraut zu befreien? Nach einer kleinen Odyssee durch die Behörden gelang das endlich vor wenigen Tagen.

300 Quadratmeter befallen

„Seit drei Jahren kämpft unser Vorstand schon darum, dass dort etwas passiert“, sagt Jörn Huch, gerade frisch gewählter Vorsitzender des Kleingartenvereins am Twisselwisch. „Dort“, das ist eine kleine Sackgasse an der Grundstücksgrenze zum Verein. An ihrem Ende hat sich der Bärenklau vom Nachbargrundstück aus über einen schmalen Graben herübergeschoben. Rund 300 Quadratmeter sind von der Staude befallen, die einst aus dem Kaukasus nach Europa eingeschleppt wurde und wegen seiner starken Konkurrenzkraft heimische Pflanzen verdrängt.

„Seit drei Jahren
kämpft unser Vorstand
schon darum,
dass dort etwas passiert.“
Jörn Huch


Der Vereinsvorstand habe sich schon vor drei Jahren an seinen Dachverband, den Landesbund der Gartenfreunde, sowie an das Bezirksamt und auch an die Umweltbehörde gewandt, berichtete Huch. Es hätten auch mehrere Besichtigungen stattgefunden. Nur gegen den Bärenklau sei nichts unternommen worden. Auch jüngst habe man sich wieder beschwert.
Womöglich haben die Besitzverhältnisse die Weitergabe von Informationen erschwert. Denn das Bärenklau-Feld gehört zu einem rund 28.000 Quadratmeter großen, naturbelassenen Areal, das im Besitz der Bundesrepublik ist. Die hatte es 2004 dem Hamburger Staat abgekauft, als Ausgleichsfläche für den Bau der Ortsumgehung Fuhlsbüttel, die eine Bundesstraße ist. Zuständig für die Unterhaltung ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), und zwar die Filiale in Schwerin.
Von einem Befall mit der Staude in der Vergangenheit sei der BIMA nichts bekannt, sagte deren zuständige Objektmanagerin Kathrin Schulz dem WochenBlatt: „Aufgrund des stark verbuschten Geländes ist die Pflanze bei routinemäßigen Kontrollen nicht aufgefallen.“ Erst Ende Mai habe man von dem Bärenklau-Bewuchs erfahren.

Bitte melden

Dann wurde allerdings auch gleich reagiert. Am vergangenen Freitag rückte eine Garten-
bau-Firma den bereits gut zwei Meter hohen Pflanzen zu Leibe. „In einem Abschnitt konnte die Staude gerodet werden.
In einem schlecht zugänglichen Abschnitt, in dem eine Rodung nicht sinnvoll ist, wird nun zweimal jährlich über fünf
Jahre hinweg die Pflanze zurückgeschnitten“, so Schulz
weiter. Bezirks-Sprecherin Katja Glahn empfiehlt allen Bürgern: „Am besten wendet man sich
bei Bärenklau-Verdacht an den Telefonischen Hamburg-Service, Tel.: 428280. Der THS kann schnell und effektiv an
die zuständige Dienststelle
vermitteln. Die Fachleute
rücken dann umgehend zur Beseitigung aus.“
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