Gegen Filialschließung

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Jutta Kuhlmann (r.) von der Nachbarschaftsgruppe Fuhlsbüttel lässt Fatma Kaplan (64) und Semra Yelma (29) gegen die Schließung der kleinen Aldi-Filiale unterschreiben. Fotos: Lublow

Nachbarschaftsgruppe Fuhlsbüttel sammelte Unterschriften

Von Sylvana Lublow
Fuhlsbüttel. Der Erdkampsweg bildet das Zentrum Fuhlsbüttels und ist für die Anwohner eine wichtige Einkaufsstraße. Dort gibt es Apotheken, Bäcker, Banken, Ärzte, Supermärkte – und seit Kurzem auch wieder eine Postfiliale. Ende November soll nun der kleine Aldi-Markt geschlossen werden. Dafür öffnet am anderen Ende des Erdkampsweg (hinter der Kreuzung Alsterkrugchaussee) eine neue, große Filiale. Doch das ist vor allem für viele ältere Menschen keine glückliche Alternative, da der Markt nicht mehr fußläufig erreichbar ist.
Die Senioren der Nachbarschaftsgruppe Fuhlsbüttel wollen diese Entscheidung jedoch nicht einfach hinnehmen und organisierten kurzerhand eine Unterschriftensammlung gegen die Schließung. Trotz Regens standen zehn von ihnen am vergangenen Montag einen ganzen Tag vor der Filiale. Schon nach einer halben Stunde hatten sie mehr als 30 Unterschriften zusammen. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass die Filiale schließen wird“, sagt Jutta Kuhlmann (68) von der Nachbarschaftsgruppe.
Ein Plakat im Fenster, das auf die Schließung hinweist, hängt noch nicht lange dort. Dementsprechend erschrocken reagieren die Kunden: „Das ist schade. Ich kaufe jeden Tag hier ein. Ich habe kein Auto, deshalb wird es schwierig sein, zur anderen Filiale zu gelangen“, sagt Fatma Kaplan (64). Auch Hans Andressen kauft viel bei Aldi ein: „Ich habe zwar ein Auto, aber man muss doch auch an die anderen denken, zum Beispiel an Menschen mit Behinderungen“, sagt der 72-Jährige und unterschreibt. Viele Fuhlsbütteler kaufen in der Filiale seit etwa 40 Jahren ein. So auch Rosemarie Gott (72): „Es ist doch immer voll hier. Die neue Filiale ist mir jedenfalls zu weit weg.“
Die gesammelten Unterschriften will die Gruppen zusammen mit einem Brief an Aldi schicken. „Wir wissen zwar, dass wir wohl nichts mehr damit erreichen werden, aber wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Jutta Kuhlmann. In dem Brief heißt es unter anderen: „Wir finden es schade, dass Sie mit Ihrem Wegzug aus der Mitte Fuhlsbüttels auf einen großen Teil Ihrer älteren Kunden verzichten wollen.“ Als Alternative schlägt die Gruppe einen Lieferservice vor. Kuhlmann: „Wir können nichts fordern, aber vielleicht setzten sich die Leute von Aldi mit uns zusammen, um über eine Lösung zu sprechen. Das wäre schön.“
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