„Gemeinde ist im Umbruch“

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Propst Dr. Johann Hinrich Claussen äußerte sich zu den Vorfällen in St. Lukas. Foto: fjk

Propst Claussen über den Abgang von Pastor Kempkes in St. Lukas

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel. Kurz vor seiner Amtseinführung als Pastor an St. Lukas im November 2012 sagte der damals 56-jährige Michael Kempkes im Gespräch mit dem WochenBlatt: „Gemeinden haben Zukunft“. Die Zukunft von St. Lukas wird, das steht nach nur wenigen Monaten fest, jedoch ohne Michael Kempkes stattfinden. Der Pastor verlässt auf eigenen Wunsch zum 30. April die Gemeinde (wir berichteten). Warum? Eine Anfrage des WochenBlatts beim Kirchengemeinderat wurde an den Kirchenkreis Hamburg Ost weitergeleitet. Der für die Gemeinde in Fuhlsbüttel zuständige Propst Dr. Johann Hinrich Claussen übernahm es, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. „Es geht in dieser Personalangelegenheit auf gar keinen Fall um etwaige dienstliche Verfehlungen“, betonte Claussen einleitend, „sondern um unterschiedliche Auffassungen zwischen Gemeindeleitung und Pastor in drei Punkten: Verteilung der Leitungsfunktionen, Miteinander von Haupt- und Nebenamt sowie die Bewertung des Klimas in der Gemeinde.
„Die Gemeinde St. Lukas“, so Claussen weiter, „befindet sich im Umbruch.“

Nach dem Ausscheiden von Pastor Michael Kempkes Ende April werde es nicht einfach ein „weiter so“ in Fuhlsbüttel geben, so Propst Claussen. „Vielmehr gilt es, im Dialog mit der Gemeinde ein Feld zu bereiten, auf dem nach einer Stellenneubesetzung ein gedeihliches Arbeiten möglich ist. Dazu ist sicher mehr als nur eine Gemeindeversammlung notwendig.“.
Die genannten Gründe sind insofern erstaunlich, als Pastor Kempkes noch vor seinem Amtsantritt sagte: „Was St. Lukas ganz besonders auszeichnet, ist der klar definierte Aufgabenrahmen und das bewährte Engagement ehrenamtlicher Fachleute. Verwaltung und Organisation sind dort in kompetenten Händen. Die bisher schon bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen lässt Raum für die pastoralen Kernaufgaben.“ Was jedoch zu den „pastoralen Kernaufgaben“ zählt, war in Fuhlsbüttel wohl nicht zu klären. Pastor Michael Kempkes möchte keine öffentliche Stellungsnahme abgeben. Bei einer spontanen Solidaritätskundgebung der Eltern des Kindergartens von St. Lukas bat er dafür um Verständnis. An die Eltern und Kinder gerichtet sagte er aber: „Ich wähle ganz bewusst ein Beispiel außerhalb der Kirche. Wenn sich in einer Firma zwischen der Leitung und einem Mitarbeiter in wichtigen Fragen keine Übereinstimmung erreichen lässt, dann ist es besser, man trennt sich.“
Kempkes sagte das sichtlich bewegt – er geht, obwohl nicht nur die Kindergarteneltern seiner in kurzer Zeit geleisteten Arbeit hohe Anerkennung zollen, und obwohl auch andere Gemeindemitglieder nicht verstehen können, was an St. Lukas geschieht. (fjk)
Sonntag, 28. April 11 Uhr Gottesdienst an St. Lukas mit Propst Claussen und Pastor Kempkes – danach öffentliche Gemeindeversammlung
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