Glückwunsch, altes Haus!

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Detlef Hannicke, Hausmeister des Bürgerhauses Langenhorn, mit einem der seltenen historischen Fotos vom Gebäude-Ensemble. Kl. Foto: Das Bürgerhaus heuteFotos: Biehl
 

Bürgerhaus wird 50 Jahre. Tag der offenen Tür

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Dieses Wort kennt man heute nur noch aus Geschichtsbüchern: „Vollbeschäftigung“. Fast jeder, der wollte, fand sofort einen Job. Das war 1961, das Arbeitsamt in Langenhorn war arbeitslos und wurde geschlossen. Zwei Jahre lang stand das Dienstgebäude am damaligen Bahnhof Langenhorn-Mitte leer. Dann wurde eine neue Verwendung gefunden – als Bürgerhaus Langenhorn. 50 Jahre ist das her, und nun wird dessen mit zwei Veranstaltungen gedacht. Am Dienstag, 1. Oktober, gibt es einen feierlichen Akt für geladene Gäste. Am Sonnabend, 5. Oktober, gibt es einen Tag der offenen Tür. Dann präsentieren sich etliche der Vereine und Gruppen, die ohne das Bürgerhaus vermutlich im Stadtteil keine Bleibe hätten.

Kräftig renoviert

Am 2. Mai 1963 hatte ein Innensenator namens Helmut Schmidt das Bürgerhaus für die Nutzung offiziell freigegeben. Stichtag für den „Geburtstag“ wäre mithin schon vor fünf Monaten gewesen. Doch im Mai machte das Bürgerhaus noch einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. An Möbeln, dem Teppichboden, an Vorhängen wie an der Wandfarbe hatte der sprichwörtliche „Zahn der Zeit“ genagt. Nach den Sommerferien wurde im 1950 gebauten Haus kräftig renoviert. Das Bezirksamt wandte dafür 50.000 Euro auf, die Bezirksversammlung steuerte noch einmal 40.000 Euro bei. Eine Investition auch vor dem Hintergrund, dass demnächst der Regionalausschuss hier tagen will. (das WochenBlatt berichtete). Deshalb wurde nicht nur die Inneneinrichtung erneuert, auch Beamer und Leinwand zur Präsentation wurden angeschafft. Die Langenhorner nahmen seinerzeit das Bürgerhaus sehr gut an, erwarteten allerdings mehr.
„Das Haus soll den Langenhorner Bürgern schon jetzt die Möglichkeit geben, die ihnen später das Hamburghaus erfüllen soll“, hieß es noch im Juni 1963 im gemeinsamen „Heimatblatt“ des Heimatvereins und der Fritz-Schumacher-Siedler. Zu jener Zeit hatte die Hoffnung bestanden, dass auch Langenhorn als wachsender Stadtteil eines der 1958 von Bürgermeister Max Brauer versprochenen Gemeinschafts- und Kulturzentren abbekommen könnte. So ein Hamburg-Haus war damals gerade am Eimsbütteler Doormannsweg im Bau, mit zwei Sälen, großer Bühne und viel Raum für Gruppen aller Art. Daraus ist in Langenhorn bis heute nichts geworden. Schade, denn schon ein Jahr nach Eröffnung, am 11. August 1964, titelte das Hamburger Abendblatt: „Bürgerhaus fasst nicht alle Besucher“. Der größte Raum sei für 70 Besucher ausgelegt, oft erschienen aber mehr als 150 zu den Veranstaltungen. Der Renner damals: „Kurse für junge Ehepaare und alle, die einen Hausstand gründen wollen“. Verwaltet wird das Bürgerhaus von der städtischen Sprinkenhof AG. Ein Verkauf des Hauses scheiterte 2007 mangels Interessenten. Heute nutzen mehr als 20 Vereine, Initiativen und Gruppen das Bürgerhaus für regelmäßige Veranstaltungen, von der ADHS-Selbsthilfegruppe bis zum Verbraucherschutz. Hier halten Tierschützer Vorträge, vor wie Tonband-Forscher, die Stimmen aus dem Jenseits nachspüren.
Am Sonnabend, 5. Oktober, gibt es ab 11 Uhr einen Tag der offenen Tür, bei dem sich die Nutzergruppen des Bürgerhauses präsentieren. Es gibt Kinder-Unterhaltung und die „Happy Oldie Singers“ singen. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt sein. (bcb)
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