Grellkampschule wird Flüchtlings-Unterkunft

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Schulhausmeister Torsten Schulze (l.) erläutert Gunnar Eisold, bei der Innenbehörde für Ausländerangelegenheiten zuständig, die örtlichen Gegebenheiten der Grellkampschule. Foto: Biehl
Zentrale Erstaufnahme für bis zu 550 Menschen. Umbau beginnt am 16. Juli. Bürgerinfo soll nachgeholt werden

Langenhorn. Schüler raus, Flüchtlinge rein: Sobald die letzten Schüler der auslaufenden Stadtteilschule am Grellkamp das Tor passiert haben, rücken die Handwerker an.
Kurzfristig richtet die Innenbehörde (BIS) ab Donnerstag, 16. Juli, auf dem rund 25.000 Quadratmeter großen Schulgelände eine Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge ein - das wäre momentan die zwölfte in Hamburg. Bei einer Begehung am Freitag Mittag kamen Experten zu dem Ergebnis, dass bis zu 550 Asylanten hier Platz finden könnten.

Das Gros davon wird im dreigeschossigen Kreuzbau unterkommen. In den zwölf jeweils rund 63 Quadratmeter großen Klassenräumen können nach Umbau bis zu 15 Personen leben. Auch die anderen Schulgebäude werden umgerüstet. Weitere 150 Menschen könnten in Doppelstock-Containern unterkommen, die auf dem jetzigen Sportplatz aufgestellt werden sollen. Zudem wird es zentrale Sanitärcontainer geben. Verpflegt werden die Bewohner in der früheren Schulmensa durch einen Catering-Service.

Plätze werden dringend benötigt

Die Langenhorner Plätze werden dringend benötigt: Erst kürzlich hatte der scheidende Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) bekannt gegeben, dass die Hansestadt im ersten Halbjahr 2015 rund 5725 Flüchtlinge unterbringen musste - nur 260 weniger als im ganzen Jahr 2014. Für 3000 Menschen werden noch Unterkünfte gesucht. Der Umbau der Schule steht, wie schon andernorts, so kurzfristig bevor, dass die Bürger noch nicht offiziell informiert wurden. „Wir werden aber auf jeden Fall eine Info-Veranstaltung machen, allerdings gibt es noch keinen Termin“, so Christian Martens, Sprecher des Einwohner-Zentralamtes.
Erst vor einer Woche hatten die zuständigen Behörden auf eine Nachfrage des Wochenblatts zur Zukunft des Geländes nur vage geantwortet.

Brandschutz mangelhaft, Siele marode

Die Erstaufnahme soll „so schnell wie möglich“ bezogen werden, sagte Gunnar Eisold, ehemals Langenhorner SPD-Bürgerschaftsabgeordneter und bei der BIS zuständig für Ausländerangelegenheiten. Er leitete am Freitag die Besichtigung des Geländes. Dabei kam heraus, dass der Einzug der ersten Flüchtlinge wohl erst nach den Sommerferien beginnen kann. Grund: Die Feuerwehr bemängelt den Brandschutz im Kreuzbau. Zudem sind die Sielleitungen marode. (bcb)
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