„Gut muss nicht groß sein“

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Olympia-Weitspringer Sebastian Bayer trainiert beim HSV und wohnt in Langenhorn Foto: Witters

Wie sich Weitspringer Sebastian Bayer Olympia in Hamburg wünscht

Von Frank Heike
Langenhorn
Dass Olympische Spiele trotz langer Vorbereitung und bester Rahmenbedingungen eine große Enttäuschung werden können, erlebte Sebastian Bayer 2012 in London. Als Medaillenkandidat angereist, landete der Weitspringer des HSV bei 8,10 Metern und damit auf Rang fünf. Ein Jahr vorher hatte sich Bayer mit einem Satz auf 8,34 Meter zum Europameister von Helsinki gekürt. Bayer erlebte die stimmungsvollen Spiele von London durchaus bewusst. „Aber ohne ein wirklich gutes Ergebnis fiel es schwer zu genießen“, sagt er.
Inzwischen hat sich der 28 Jahre alte Leichtathlet längst auf den Weg nach Rio de Janeiro gemacht. Als Teil des „Teams Hamburg“ für die nächsten Olympischen Spiele im Jahr 2016 denkt Bayer nicht mehr an London zurück. Auf seiner Facebook-Seite zählt er die Tage bis Rio und ist auch in einer anderen Mission unterwegs. Neben vielen anderen Hamburger Spitzensportlern zählt Bayer zu den Unterstützern der Bewerbung um Olympische Spiele und Paralympics 2024 in Hamburg. Er sagt: „Olympia in Hamburg bietet die Chance, neue Wege einzuschlagen. Gut muss nicht immer groß bedeuten, schön muss nicht immer teuer sein. Sommerspiele in Hamburg wären keine Spiele der Superlative. Schon allein, weil wir Athleten nach unserer Meinung und unseren Bedürfnissen gefragt werden, finde ich das Hamburger Konzept gut. Mit vielen Wasserwegen und Brücken wären Hamburger Spiele besondere Spiele.“ Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 21. März, ob sich Hamburg offiziell Bewerberstadt nennen darf.

Wichtiger Gesprächspartner


Sebastian Bayer hat neben den Spielen von London auch die in Peking erlebt. Wegen seiner Erfahrungen ist er ein wichtiger Gesprächspartner der Hamburger Olympiaplaner. Aber auch, weil der in Aachen geborene Bayer seit 2010 für den HSV springt und die Stadt immer besser kennengelernt hat. Erst fuhr er von Bremen aus, dort wohnte er zusammen mit seiner Freundin Carolin Nytra, der 100-Meter-Hürdenläuferin. Später ging Nytra nach Mannheim, des Trainers wegen. Bayer kam mit. Hamburg sah er nur noch selten. Das Traumpaar der Leichtathletik, so die Boulevardzeitungen, hat sich inzwischen getrennt, und für Bayer wurde der Weg nach Hamburg frei. „Für mich war seit der Vertragsunterschrift vor knapp fünf Jahren klar, dass ich hierher ziehen werde“, sagt Bayer. Die moderne Leichtathletikhalle in Alsterdorf gleich neben der Sporthalle Hamburg kennt Bayer inzwischen in- und auswendig. Auch die Wege vom Olympiastützpunkt am Dulsberg, wo er zunächst unterkam, und seinem jetzigen Wohnort Langenhorn in die Halle sind ihm geläufig. Ende vergangenen Jahres verlängerte der HSV seinen Vertrag mit ihm. In der Leichtathletikhalle gefällt ihm das Miteinander vieler Sportler – obwohl letztlich doch alle Einzelsportler seien. Eine Nähe, die auch bei Olympischen Spielen in neun Jahren möglich wäre: „Die Athleten wären hier mittendrin und könnten Hamburg erleben, weil das Olympische Dorf im Olympiazentrum läge.“

Hamburg mittendrin erleben


Die Anbindung an den Verein bringt dem gelernten Bürokaufmann, der jetzt als Sportsoldat zur Sportförderkompanie gehört, auch eine größere Nähe zum Fußball ein. Bayer ist Stammgast im Volksparkstadion. Dem HSV zuzusehen ist bekanntlich ein minderes Vergnügen. Doch als Bayer am 7. Februar auf dem Rasen stand und neben anderen Athleten in der Halbzeitpause für Olympia in Hamburg warb, durfte er sich als Glücksbringer fühlen – der HSV gewann 2:1.
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