Hamburg: 32 neue Wohnungen geplant

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So soll laut dem Bauherren Fluwog-Nordmark die geplante Anlage Ecke Hattinger Stieg und Walter-Schmedemann-Straße aussehen. Die gestaffelte Bauweise ist ein Kompromiss, den die Bürgerinitiative errungen hat Visualisierung: Augustin & Sawallich Architekten
 
Der rot umrandete Bereich markiert das neue B-Plan-Gebiet Langenhorn 78 Repro: Biehl

Projekt am Hattinger Stieg nimmt Gestalt an. Seniorengerechte Einheiten

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Mit einem Aufwand von rund sieben Millionen Euro will die Baugenossenschaft Fluwog-Nordmark an der Ecke Hattinger Stieg und Walter-Schmedemann-Straße einen ihrer Parkplätze bebauen und so 32 neue Wohnungen schaffen. 29 davon sollen als seniorengerechte, öffentlich geförderte Wohnungen errichtet werden.
Das Bauprojekt war lange umstritten, weil Nachbarn in der angrenzenden Einzelhaussiedlung durch die erste Variante der Baupläne ihre Rechte beeinträchtigt sahen. Dann kam die Wende - bereits im Sommer 2015 könnte die Vorweggenehmigung erteilt werden.
Nach sechsjährigem Ringen war es 2013 gelungen, den Knoten zu durchschlagen. Zwar wurde jüngst bei der öffentlichen Planvorstellung deutlich, dass noch einige Mieter aus den angrenzenden Wohnblöcken wegen der Neubauten um ihre Aussicht ins Grüne fürchten und mehr Beschattung wähnen. Doch mit dem jetzt gefundenen Kompromiss kann auch die Bürgerinitiative (BI) leben, die gegen die ersten Pläne noch mit Hilfe eines Anwaltes vorgegangen war.
Konkret ging es um die Höhe und Gestaltung der Neubauten. Ursprünglich sollten auf dem Parkplatz 33 Wohnungen in viergeschossigen Blöcken, teils mit fünftem Staffelgeschoss, entstehen. Zudem sollte die angrenzende Parkpalette noch aufgestockt und ihr Dach freizeitpark-ähnlich begrünt werden.
Die Palette wäre ein Betonklotz von sieben bis acht statt den bisherigen drei Metern Höhe geworden, haben Axel Kunze und Rolf Jung ausgerechnet. Sie hatten 2008 die BI gegründet, nachdem ihnen die Baupläne bekannt gegeben worden waren – übrigens mitten in den Sommerferien mit nur zweiwöchiger Einwendungsfrist. Das Problem der Anwohner: Nur gut zehn Meter von ihren Einzelhäusern entfernt hätten plötzlich „Hochhäuser“ gestanden. „Die Häuser sind unser Lebenswerk. Die Grundstücke hätten an Wert eingebüßt“, glauben die Pensionäre Axel Kunze und Rolf Jung. Sie hatten damals rund 300 Info-Briefe in der Siedlung verteilt. 160 Nachbarn unterschrieben den Protest, viele spendeten Geld für einen Fachanwalt.
Der Einsatz war erfolgreich. Die ersten Pläne wurden gestoppt – auch aus rechtlichen Gründen, weil auf der Grundlage des bisherigen Bebauungsplanes Langenhorn 51 der Parkplatz gar nicht bebaut werden darf.
Die Politik forderte damals vom Bauherren und den Anwohnern, aufeinander zuzugehen. Die BI stimmte 2010 einem ersten Kompromiss zu, der niedrigere Neubauten und nur noch 21 Wohnungen vorsah. Doch die Fluwog hielt das letztlich für unwirtschaftlich. Der Kompromiss wurde nicht weiter verfolgt. 2011 stand plötzlich der ursprüngliche Plan wieder zur Debatte. Daraufhin wandte sich die BI in einer Bürgerfragestunde der Bezirksversammlung an die Politiker. Schließlich brachte Bezirksamtsleiter Harald Rösler die Kontrahenten noch einmal an den Tisch.
Der jetzige Kompromiss sieht eine gestaffelte Bebauung vor, deren Höhe nach Osten hin ansteigt. So wirken die Neubauten weniger massiv. Durch geschickte Planung werden es dennoch 32 Wohnungen sein. Die Parkpalette wird weder aufgestockt noch begrünt, ihre jetzt 15 Meter breite Einfahrt wird halbiert, was sie weniger monströs erscheinen lässt.
Fluwog-Vorstand Burkhard Pawils unterstrich noch einmal, es sei notwendig, altersgerechten Wohnraum zu schaffen. In etlichen Wohnungen in dem Quartier würden dadurch familiengerechte, große Wohnungen frei. „Darin leben zurzeit noch Senioren, die ihre Familienphase hinter sich haben. Sie hätten dann die Chance, innerhalb ihres Umfeldes in kleinere, günstigere und altersgerechte Wohnungen umzuziehen.“ Für die Baumaßnahme wird innerhalb des B-Plangebietes Langenhorn 51 der Parkplatz als B-Plan-Gebiet Langenhorn 78 etabliert. Nach allen im Planverfahren notwendigen Schritten könnte zum Sommer 2015 die Vorweggenehmigung erteilt werden. (bcb)
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