Hamburg: Friedhofs-Nebenzufahrten erst ab 8 Uhr geöffnet

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Zurzeit noch ein gewohntes Bild: Ab 5 Uhr morgens nutzen Autofahrer die Friedhofsalleen als SchleichwegFoto:wb

Ab 1. November greift Regelung gegen Durchgangsverkehr

Von Franz-Josef Krause
Hamburg. „Im Heimatkundeunterricht“, so berichtete kürzlich der in der Nähe des Friedhof Ohlsdorf aufgewachsene Michel-Hauptpastor Alexander Röder, „habe ich noch gelernt, dass Autofahrer auf dem Friedhof anhalten und aus dem Wagen stiegen, wenn sich ein Trauerzug nähert.“ Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute „rollt“ der Verkehr auf Ohlsdorf. Manchmal sogar zu schnell. Und nicht nur das.
„Der Eingang Kornweg wird von vielen Autofahrern als Abkürzung auf dem Weg zur Arbeit genutzt“, konstatiert Martina Lütjens, CDU-Bezirksabgeordnete. Die Folge: „Das reine Wohngebiet rund um den Friedhofszugang hat ein ganz erhebliches Verkehrsaufkommen zu verkraften.“ Daher ergriff sie im April die Initiative. Sie wollte im Sinne der Anlieger zumindest in den frühen Morgenstunden für Verkehrsberuhigung auf dem Friedhof sorgen (das Wochenblatt berichtete).
Nach Prüfung aller möglichen Optionen wird die Friedhofsverwaltung nun handeln. Sprecherin Dr. Hedda Scherres: „Zur Verminderung des Durchgangsverkehrs sind verschiedene Lösungen wie Verkehrsbarrieren, Schrankensysteme auf dem Friedhof sowie Schrankensysteme an den Ein- und Ausfahrten diskutiert und geprüft worden. Diese möglichen Lösungen lassen sich derzeit entweder nicht technisch umsetzen oder sind nicht zu finanzieren.“
Auch der Vorschlag, eine Gebühr für Durchfahrer zu erheben, habe sich als nicht praktikabel herausgestellt. Eine Finanzierung über die Friedhofsgebühren ist rechtlich nicht zulässig und der Zuschuss, den die Stadt für die Pflege des öffentlichen Grüns an den Friedhof zahlt, reicht schon heute nicht aus.

Zufahrt über Fuhlsbüttel

Jetzt will die Verwaltung die Öffnungszeiten der Friedhofs-tore verkürzen. Derzeit werden alle Tore zwischen 5 und 5.30 Uhr geöffnet. Ab dem 1. November wird nur noch die Haupt-Ein- und Ausfahrt an der Fuhlsbüttler Straße um 5.30 Uhr geöffnet. Die Zufahrten Klein Borstel/Kornweg, Bramfelder Chaussee und Seehof werden für den Kfz-Verkehr erst um 8 Uhr freigegeben.
„Die frühe Öffnung der Zufahrt Fuhlsbüttler Straße gewährleistet den Gewerbetreibenden eine Zufahrtsmöglichkeit, verhindert aber die Durchquerung des Friedhofs als attraktive Abkürzung“, so Scherres.
Radfahrer sind von dieser neuen Regelung nicht betroffen. Für sie werden die Fußgängerzuwege an den Stellen Klein Borstel/Kornweg, Bramfelder Chaussee und Seehof um 5.30 Uhr geöffnet. Sonnabends sowie sonn- und feiertags werden alle Außentore erst um 8 Uhr geöffnet.
Die Bezirksabgeordnete Martina Lütjens ist mit der nun gefundenen Regelung zufrieden. „Diese Handhabung entspricht der heutigen Beschilderung, die 8 Uhr als morgendliche Öffnungszeit ausweist. Wo ‚8‘ drauf steht, da sollte auch ‚8‘ drin sein“, so der Kommentar der Politikerin. Ob sich allerdings alle Anwohner über die veränderten Öffnungszeiten freuen, ist ungewiss. Denn wie hoch der Prozentsatz der Klein Borsteler an den „Friedhofschleichern“ ist, konnte Lütjens nicht schätzen.
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