Hamburg: Graffiti verhindern – aber wie?

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Laut Bezirksamt und Quartiersmanagement sind die neuen Kacheln im Fußgängertunnel am Langenhorner Markt leicht zu reinigen Fotos: dmhuebsch

Bürger und Verantwortliche uneinig über Strategien gegen Schmierereien

Von Daniela Maria Hübsch

Hamburg. Der Fußgängertunnel am Langenhorner Markt war gerade erst freigegeben, da hatten die Schmierfinken schon zugeschlagen und ihre Tags und Graffiti an die grauen Betonwände gekritzelt. Wie so etwas künftig zu verhindern ist - immerhin soll mit den Baumaßnahmen der Bahnhofsbereich ja aufgewertet werden - daran scheiden sich momentan die Geister.

Einige Langenhorner befürworten statt eines bloßen einfarbigen Anstrichs, der Ziel von Schmierereien werden könnte, ein extra beauftragtes Graffiti-Kunstwerk in der Hoffnung, dass Sprayer dieses nicht verschandeln. Darüber diskutierten jetzt rund 25 Teilnehmer des 11. Quartiersforums.

Der SPD-Bezirksabgeordnete Gulfam Malik berichtete, dass es auch bereits beim jüngsten Langenhorner Bürgerforum Stimmen für Graffiti-Kunst gegeben habe. „Bezirksamtsleiter Harald Rösler liegt die Idee vor. Er wird sie in die entsprechenden Gremien tragen“, beantwortete er einen Vorschlag aus dem Besucherkreis. Finanzmittel dafür könnten aus dem Verfügungsfonds genommen werden. Quartiersmanagement Projektleiterin Julia Dettmer sowie Daniela Schmidt vom Bezirksamt Nord verwiesen dagegen auf die Planung, für Anstrich und Kacheln spezielle,

„Bezirksamtsleiter Harald Rösler liegt die Idee vor. Er wird sie in die entsprechenden Gremien tragen.“ Gulfam Malik SPD-Bezirksabgeordneter

leicht zu reinigende Materialien zu verwenden. „Dies wollen wir erst einmal zu Ende bringen und die Praxis beobachten“, sagte Dettmer.
Die Entfernung der illegalen, meist unansehnlichen Graffiti ist teuer und wird von Spezialfirmen vorgenommen. Zur
Farbentfernung sind stark reizende Chemikalien notwendig. Zuverlässige Zahlen, ob Graffiti-Kunst tatsächlich Schmierereien verhindert, gibt es jedoch nicht. Wohl aber gibt es die Erfahrung, dass zu bestehenden Kritzeleien schnell neue hinzu kommen. Deshalb lässt zum Beispiel die Deutsche Bahn solche Schäden innerhalb von 24 bis 72 Stunden beseitigen, „um das Erfolgserlebnis der Sprayer zu schmälern“, so ein Sprecher auf Nachfrage des WochenBlatts. Die Langenhorner Fliesen mögen leicht zu reinigen sein - die Schmiererein darauf sind jedenfalls älter als 72 Stunden. Hier könnte das Bahn-Beispiel Schule machen.
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