Hamburg: Längere Endanflüge?

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Die Anflugrouten an einem durchschnittlichen Tag auf Landebahn 23. Die roten Balken kennzeichnen Einfädelungsgrenzen zur Landebahn in Nautischen Meilen (10 NM= 18,52 km) Grafik: DFS

Flugsicherung: „Wir können Fluglärm nicht reduzieren, nur anders verteilen“

Von Elke Grewe
Hamburg. Flugsicherung und Lärmschutz sind brisante Themen, zu denen die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) auf dem Hamburger Airport zu einer Aufklärungsveranstaltung einlud. Mit knapp 150.000 Flugbewegungen pro Jahr ist Hamburg der fünftgrößte Flughafen Deutschlands. Lärmbelästigungen bleiben da für die Anwohner in der Nähe des Airport nicht aus.
Vor eineinhalb Jahren gründeten die Walddörfer im Nordosten Hamburgs eine Initiative gegen Fluglärm. Die Protestbewegung war für den Hamburger Senat Anlass, im April einen 10-Punkte-Plan für mehr Lärmschutz am Flughafen Hamburg zu erstellen. „Doch so einfach geht das nicht“, erklärt Axel Raab, Pressesprecher Deutsche Flugsicherung (DFS). „Wir können als DFS die Menge der Flugbewegungen und damit den Fluglärm im Bereich des Endanfluges nicht reduzieren. Wir können ihn nur anders verteilen, schaffen damit aber neue Betroffenheiten“, sagt Raab. Man müsse sich im Klaren sein, dass der Lärm lediglich verschoben wird, wenn die Einfädelung der Anflüge weiter entfernt, also über 18,5 Kilometer, erfolgt, betont Christine Schierhorn, Chefin vom Tower Hamburg. „Im Klartext bedeutet das, dass jetzt eine Belastung für Orte unterhalb des Endanflugs auf der gesamten Länge erhöht wird“, so die Tower-Chefin. Wenn jetzt zirka 60 Prozent aller Anflüge über Bargteheide laufen, sind es dann 100 Prozent. Statt Hamburg wird nun Schleswig-Holstein mit Lärm belastet. Sicher keine zufriedenstellende Lösung. „Eine Lösung zur Zufriedenheit der Bürger geht aber nicht von heute auf morgen. Frühestens in vier bis fünf Jahren, wenn wirklich alle zehn Punkte geprüft sind, ist mit einer Reduzierung des Fluglärms zu rechnen“, meint Schierhorn.
Allerdings: In letzter Zeit konnten in Zusammenarbeit mit der Fluglärmschutzkommssion bereits viele Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm am Hamburger Flughafen erreicht werden. „Die DFS ist bestrebt, stets neue Verfahren zu testen und weiterzuentwickeln, um mehr Lärmschutz für die Bevölkerung zu erreichen“, so Pressesprecher Axel Raab.
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