Hamburg macht den Klo-Check

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Wochenblatt erfuhr: Schweizer Experten prüfen alle 214 öffentlichen Toiletten der Stadt

Von Mathias Sichting
Hamburg. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein: Wenn man unterwegs dringend eine Toilette braucht, befindet sich keine in der Nähe. „Die Last mit dem Örtchen“ kann schnell zum Problem werden. Schwangere Frauen, ältere Menschen und Menschen mit einer Beeinträchtigung stehen dann vor einem besonders großen Problem. Wohin, wenn die Blase drückt? Der Seniorenbeirat Hamburg-Nord forderte in der vergangenen Ausgabe des Wochenblatts bereits eine bessere Ausschilderung von Toiletten. Der Bürgerschaftsabgeordnete Sven Tode (SPD) engagiert sich ebenfalls für den Erhalt und den bedarfsgerechten Ausbau öffentlicher Toilettenanlagen. „Öffentliche Toiletten sind eine wichtige Hilfestellung, damit Menschen sich im öffentlichen Raum bewegen, aufhalten und dabei wohlfühlen können“, sagt Tode.

Jetzt wird bekannt: Die Stadt führt in ganz Hamburg einen Check öffentlicher Klos durch! Zu den öffentlichen Toiletten zählen alle WCs, die man im öffentlichen Raum nutzen kann, ohne dafür Kunde zu sein. Das sind in Hamburg beispielsweise Toiletten der Bahn, der Hochbahn, der Bezirke und der Firma JCDecaux. Laut Umweltbehörde existieren außerdem 60 sogenannte Kiosk-Toiletten, die von den jeweiligen Kiosk-Pächtern betrieben werden. Ob man für die Benutzung etwas bezahlen muss, ist anbieterabhängig.

Häufig befinden sich öffentliche Toiletten in einem schlechten Zustand.
Wie das Hamburger Wochenblatt erfuhr, arbeitet die Verwaltung zum ersten Mal an einer Bestandsaufnahme aller 214 öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet. Gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Herrenschmidt + Partner AG wird an dem WC-Check gearbeitet. Das erfahrene Unternehmen hat derartige Analysen bereits für Frankfurt/Main, Köln und München erstellt. Die Daten werden gerade ausgewertet und sollen laut Umweltbehörde zum Januar 2015 vorliegen.
Geprüft werden eventuell erhobene Entgelte, Grundrisse, der allgemeine Zustand der Toilette, die Barrierefreiheit, die Beschilderung und die Ausstattung des WCs.
„Ziel ist es, Bau und Betrieb der öffentlichen Toiletten in Hamburg besser als vorher zu organisieren.

Wir schauen uns aktuell jede einzelne der über 200 Toiletten an und bewerten diese kritisch. Dabei achten wir besonders auf behindertengerechten Zugang und prüfen, ob die Standorte wirklich sinnvoll sind. In Zukunft wären auch andere Standorte und eine andere Organisation denkbar. Wie das alles am Ende aussieht, lässt sich erst nach Auswertung der noch laufenden Analyse sagen“, so Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 28.11.2014 | 10:39  
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