Hamburger Schule soll Platz sparen

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Anke Peterson, Frank Trippe und Caroline Lucks-El Haddad (v.l.) vom Elternrat der Grundschule Krohnstieg sind entsetzt, dass die Schule einen Pavillon verlieren soll Foto: Nowatzky
 
In den beiden Pavillons (siehe Pfeil) sind derzeit Vorschüler und Erstklässler untergebracht. Wenn einer geschlossen würde, müssten die Erstklässler mit in den Kreuzbau ziehen, doch dort sind nicht genug Klassenräume frei Repro: now

Hat die Krohnstiegschule zuviele Quadratmeter pro Schüler?

Von Stefanie Nowatzky
Hamburg. Wie viel Platz braucht ein Grundschüler? Diese Frage beschäftigt die Eltern und Lehrer der Grundschule Krohnstieg, seit bekannt wurde, dass einer von zwei Pavillons mit vier Klassenräumen geschlossen werden soll.
Knapp über 200 Kinder werden hier in der einzigen gebundenen Ganztagsschule im Umkreis unterrichtet, dazu zwei Vorschulklassen. Noch vor einem Jahr war Abriss und Neubau der zwei Pavillons genehmigt worden, in denen derzeit die Vorschüler und die Erstklässler unterrichtet werden. „Jetzt heißt es: Das Raumangebot ist zu hoch“, reagiert der Elternratsvorsitzende Frank Trippe mit Unverständnis.

Denn gegenüber dem Vorjahr sind es sogar mehr Schüler geworden. Und auch für das kommende Schuljahr deutet die Zahl der Vorschüler wieder auf drei erste Klassen hin. Dann hätte die Schule zwei Klassen mehr als jetzt und benötigte zehn Klassenräume plus Vorschule und Fachräume statt bisher acht. Würde der Pavillon wegfallen, müssten Fachräume zu Klassenräumen umgebaut werden.

Nachmittagsangebot muss sich ändern

Das Nachmittagsangebot der Schule müsste sich verändern. Das ärgert den Elternrat und auch die Lehrer. Denn viele Eltern entscheiden sich sehr bewusst für die gebundene Ganztagsschule. So wie Anke Peterson: „Die Schule ist über den ganzen Tag strukturiert und die Kinder sind begeistert vom Kursusangebot.“ Die Kinder sind von morgens um acht bis nachmittags um 15.30 Uhr in der Schule. Eine Lehrkraft: „Damit wir unser Konzept mit der Teilung am Nachmittag machen können, brauchen wir Räume.“

Schon jetzt, so die Lehrer, seien alle Räume gut ausgenutzt. Eine Lehrerin unterrichte sogar Mathematik in der Schulküche, weil in dieser Zeit kein anderer Raum zur Verfügung steht. Die Mitarbeiter der Schulbehörde hätten aber die Quadratmeter vermessen, nicht die Anzahl der Räume. Frank Trippe: „Die Schulbehörde will den Ganztag. Aber der Anspruch an die Kinder ist bei acht Stunden in der Schule ein anderer, der Platzbedarf ist größer.“
Pikanterie am Rande: Den Platzbedarf sieht eigentlich auch Schulsenator Thies Rabe so. In einer Ende September veröffentlichten Erklärung sagt er: „Die Gespräche und die Entwicklung an den Schulen zeigen, dass die Kinder neben dem Kursangebot genügend Freiräume für selbstbestimmtes Spielen sowie Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten brauchen. Hier wird in den Schulen derzeit nachgesteuert.“

Klassen müssten umverteilt werden

Doch am Krohnstieg will die Behörde den Pavillon mit vier Räumen ersatzlos schließen. Die Folge: Die Klassen müssen dann im kommenden Schuljahr auf die Fachräume verteilt werden. Nach welchem Schlüssel wurde hier der Raumbedarf festgelegt? Und wie passt die Schließung am Krohnstieg mit der Forderung des Senators nach genügend Platz zusammen? Das und mehr hätte das Wochenblatt gerne von der Behörde erfahren. Eine Stellungnahme gab es bis Redaktionsschluss jedoch nicht.
Besonders skurril: Der Pavillon soll offenbar nur abgeschlossen und stillgelegt werden. Eine andere Nutzung scheint nicht vorgesehen. Für Elternratsmitglied Anke Peterson ist klar: „Wir kämpfen für unseren Pavillon und das tolle Angebot für die Kinder.“ (now)
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