Heldentum neu gesehen

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Sie sind froh, dass das Kriegerdenkmal eine Ergänzung erhalten hat (v.l.): Jens Herzberg (Heimatverein), Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, Jürgen Ruge und Peter Wegemer (Feuerwehr Hummelsbüttel )sowie SPD-Bezirksabgeordneter Xavier Wasner Foto: dmhuebsch

Inschrift an umstrittenem Kriegerdenkmal wurde ergänzt

Von Daniela Maria Hübsch
Hummelsbüttel. Das umstrittene Ehrenmal an der Hummelsbütteler Hauptstraße hat jetzt seinen Widerpart: Am Sonntag weihte der Leiter des Bezirksamtes Wandsbek, Thomas Ritzenhoff, den Findling mit der Aufschrift „Die Toten mahnen uns Lebende zu Frieden und Versöhnung“ ein. Er soll einen Kontrast darstellen zu dem oft als kriegsverherrlichend kritisierten Hauptstein, der „Unseren Helden“ gewidmet ist und die Daten der beiden Weltkriege trägt.
Geschaffen worden war das Mahnmal 1927 von dem Hummelsbütteler Bildhauer Hermann Perl als Erinnerung an den 1. Weltkrieg. Die Inschrift „1939-1945“ wurde später hinzugefügt. Heute ist das Verständnis von Heldentum ein signifikant anderes. Seit 2003 fordern Bürger und Politiker der SPD, Grünen und Linken, das Mahnmal abzuändern oder zu ergänzen (das Wochenblatt berichtete). Mit dieser Ergänzung möchten der Hummelsbüttler Heimatverein und das Bezirksamt Wandsbek eine Brücke bauen zwischen den Kritikern und dem Anspruch, Historisches zu bewahren. Jürgen Ruge von der Freiwilligen Feuerwehr Hummelsbüttel (FFH) betonte in seiner Rede vor etwa 50 Hummelsbüttler Bürgern, Vertretern des Heimatvereins, der Bezirksversammlung und Feuerwehr: „Ohne Gedenkfeier gäbe es keine Versöhnung […] das Schlimmste wäre, unsere Toten zu vergessen“. Es sei wichtig, die Geschichte zu bewahren, um ihre Lehren zu verstehen. Auch der SPD-Bezirksabgeordnete Xavier Wasner mag nicht auf das ursprüngliche Arrangement verzichten: „Solche Mahnmale polarisieren. Aber Polarisation ist wichtig, um Denkprozesse anzuregen und Vergangenheit zu bewältigen. Mit der Ergänzung haben wir eine gute Lösung gefunden.“
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 22.11.2013 | 11:58  
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