Jugendhaus vor dem Aus?

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Tanzen mit einem Tanzlehrer? Für viele Eltern ein unbezahlbarer Wunsch ihrer Kinder! Im Haus der Jugend noch möglich. Für viele Kinder der nötige Ausgleich und die Hilfe, sich auszutoben. Foto: Florian Büh

Sparpläne des Senats bedroht Fortbestand der Einrichtung

Von Florian Büh

Hummelsbüttel. Um das Haus der Jugend am Tegelsbarg(HdJ)gibt es beunruhigende Gerüchte. Von einer Schließung ist die Rede. Betroffen wären täglich zwischen 100 und 400 Kinder und Jugendliche aus der gesamten Umgebung. Die Zukunft der Einrichtung steht auf dem Spiel, weil der Senat Einsparungen von zehn Prozent bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit angekündigt hat. Einsparungen, die nun die besondere Freizeitgestaltungsmöglichkeit in der Region, zum Erliegen bringen könnten.
Seit 25 Jahren, seit der Eröffnung des Haus der Jugend, sorgt Rüdiger Wüncke am Tegelsbarg dafür, dass junge Menschen aller sozialen Schichten die gleichen Chancen und Angebote erhalten. Selten war er krank. Doch nun ist er es. Bereits seit einigen Wochen. Seine Stellvertreterin Andrea Scheeve führt die Einrichtung zurzeit. Viele Eltern können die Pläne des Senats nicht nachvollziehen und setzen sich für den Erhalt des Hauses ein. Eine von ihnen ist Kerstin Berneis (34). Die Mutter von zwei fünf und sieben Jahren alten Jungs geht seit fast sechs Jahren mit dem Ältesten ins HdJ, auch ihr Kleiner ist häufiger hier: „Ich kann es mir einfach nicht leisten, alle Wünsche und alle Hobbys der beiden über Vereine zu finanzieren“, erklärt die 34-Jährige. „Als alte Börnerin ist es mir besonders wichtig, dass meine Kinder lernen, mit jedem gut zurechtzukommen.“ Die kaufmännisch Angestellte ist sauer: „Wir haben nur durch Umwege erfahren, was uns blüht.“ Die Ansicht der Politiker, dass die Schulen ähnliche Angebote zur Verfügung stellen könnten, teilt sie nicht. „Die Schulen schließen um 16 Uhr. Da beginnt im HdJ gerade das Leben. Außerdem treffen sich hier nicht nur Kinder aus den Grundschulen“, sagt Kerstin Berneis. Viele Eltern engagieren sich. Im ganzen Viertel hat sich das HdJ als wichtiger Treffpunkt etabliert. Bei einer Streichung von Kursen würden die Gäste ausbleiben. Denn ohne Honorarkräfte könnte kein Töpfern, kein Schlagzeug- oder Hip-Hop-Kursus durchgeführt werden. Die Eltern wissen, dass sich die Leitung des HdJ schon jetzt um zusätzliche Förderungen und Spenden bemüht, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Idee, mit Spenden ein strukturelles Defizit auszugleichen, halten sie aber für fahrlässig. Sollten die Sparpläne des Senates greifen, hieße das für das Haus der Jugend: Anstelle der bisher ausgezahlten 34.000 Euro dürfen nur noch Kosten in Höhe von 20.400 Euro anfallen.
Wie es um die Zukunft des Hauses bestellt ist, bleibt weiter unklar. Bei der morgigen (Mittwoch, 31. Oktober) Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Bürgersaal Wandsbek (Poststraße 4) können Bürger in der Fragestunde das Thema erneut zur Sprache bringen. (büh)
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