Kind entführt: Was bringt ein Kurs in Selbstverteidigung?

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Hummelsbüttel. Vor allem Eltern hat der Fall eines achtjährigen Mädchens, das am Dienstag voriger Woche in Duvenstedt nach einer Entführung fliehen konnte, schockiert. Der Täter, ein 27 Jahre alter Mann aus Hummelsbüttel, wollte das Kind sexuell missbrauchen, wie er nach seiner Festnahme gestand. Das Kind hatte sich durch einen Sprung aus dem Auto retten können, Zeugen hatten sich das Kennzeichen gemerkt, das zum Täter führte. Nach Aussage des Vaters gegenüber der Hamburger Morgenpost hat die Kleine einen Selbstverteidigungskurs absolviert. Dies könne er allen Eltern nur empfehlen.
„Ein Selbstverteidigungskurs ist wie ein Erste-Hilfe-Kurs: Man sollte ihn einfach machen“, so Georg Sieger, Kampfsportexperte von „Juka Dojo“ in Fuhlsbüttel zum WochenBlatt. Das Studio bietet seit vielen Jahren unter anderem Selbstbehauptungskurse für Kinder ab vier Jahren und Selbstverteidigung für Frauen an. Nach Ansicht von Experten wie von der Initiative „Sicher Stark“ (www.sicher-stark.de) geben solche Angebote keine körperliche Überlegenheit, doch - so sieht es auch Georg Sieger - im Notfall gegebenenfalls mehr Sicherheit und Ausstrahlung.

Sie schrie laut um Hilfe

Im Fall des Hummelsbütteler Täters laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Spurensicherer und Bereitschaftspolizisten hatten das Haus, in dem der 27-Jährige mit seiner Mutter und zwei Brüdern wohnt, nach weiteren Hinweisen durchsucht, sogar den Garten umgegraben.
Am vergangenen Dienstag hatte er am Trilluper Weg in Duvenstedt das Mädchen in seinen Wagen gezerrt. Die Achtjährige war auf dem Weg zu einer Freundin. Sie reagierte geistesgegenwärtig und konnte fliehen. „Als der Mann auf dem Fahrersitz Platz nehmen wollte, sprang das Mädchen aus dem Fahrzeug und schrie laut um Hilfe“, sagt Polizeisprecherin Ulrike Sweden. . Der 27-Jährige ist bereits wegen Körperverletzung und Nötigung polizeibekannt.
Der Richter erließ Haftbefehl wegen versuchter Geiselnahme in Tateinheit mit versuchtem schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Möglicherweise ist er nicht voll schuldfähig. (wb)
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