Kolpingfamilie Langenhorn hilft beim Winternotprogramm

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Es ist geschafft! 19 Bleche Brote sind belegt. Wolfgang und Marlis Jende sowie Elfriede Greiner (re.) in der Küche der Wohnunterkunft des Winternotprogramms an der Spaldingstraße.Foto: Krause
Von Franz-Josef Krause
Langenhorn/Hummelsbüttel. Nachmittag am zweiten Adventssonntag. Der Schnee von morgens ist matschig geworden, der Himmel grau. Es gibt keinen vernünftigen Grund, bei diesem Wetter das Haus zu verlassen. Für Elfriede Greiner (75) und Marlis (71) und Wolfgang Jende (75) schon. Ihr Ziel ist ein altes Bürohaus an der Spaldingstraße. Hier lockt keine Weihnachtsdekoration, kein dampfender Glühwein oder weihnachtliche Musik. Der Verkehr rauscht an der nüchternen Fassade vorbei – Sicherheitskräfte bewachen den Eingang. Die drei sind dort bekannt. Ohne Visitation gelangen sie ins Haus. Im zweiten Stock ist für ein paar Stunden ihr ‚Arbeitsplatz‘. Elfriede Greiner und das Ehepaar Jende bringen sich als Mitglieder der katholischen ‚Kolpingfamilie‘ aus Langenhorn beim Winternotprogramm der Stadt in einer Unterkunft für Obdachlose ein. Damit stehen sie in der Tradition von Adolph Kolping (1813-1865), der mit den von ihm gegründeten ‚Gesellenvereinen‘ der Verelendung vieler junger Arbeiter im beginnenden industriellen Zeitalter entgegen gewirkt hat. Von den rund 40 ehrenamtlichen Helfern des Winternotprogramms in der Spaldingstraße sind etliche ‚Kolpinger‘ – zehn allein aus Langenhorn. „Wir sind froh, so engagierte Ehrenamtliche zu haben“, so Torsten Müller, Teamleiter von ‚Fördern und Wohnen‘, das für die Stadt die Unterbringung von Obdachlosen organisiert „Sie sorgen dafür, dass die ca. 230 Schlafgäste am Abend belegte Brote erhalten können.“ Die Lebensmittel liefert die ‚Hamburger Tafel‘; das Belegen der Brote übernehmen die ehrenamtlichen Helfer. Was motiviert die ‚Kolpinger‘ aus Langenhorn sich hier einzubringen? „Wir haben noch nie weggeschaut, wenn es darum ging, Not zu lindern“, erklären Marlis und Wolfgang Jende übereinstimmend, „hier zu helfen ist Nächstenliebe.“ Durch die Öffnung der Grenzen nach Osteuropa hat menschliche Not in Hamburg neue und andere Gesichter bekommen. Viele Menschen aus Bulgarien, Rumänien und anderen Ländern dort suchen ihr Heil in der Stadt.
Elfriede Greiner, Marlis und Wolfgang Jende schmieren Brote für Menschen, die sie nicht kennen und deren Sprache sie selten verstehen. Aus Nächstenliebe – ganz einfach.
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