Kunst gegen Bäumefällen in Hamburg

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Zwei Hände, die einen Baum festzuhalten scheinen: die Kunstaktion gegen das Fällen von Bäumen ist jetzt auch in Ochsenzoll zu sehen Fotos: Biehl

CDU Langenhorn: Aktion gegen geplante Abholzung an der Straße Bärenhof

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Dem Fußgänger fallen sie sofort auf: Arme, die einen Baum umschlingen, als wollten sie ihn festhalten. Diese Arme sind aus Beton gegossen und in Sichthöhe um den Baumstamm gekettet. In Ochsenzoll wurden jetzt zwei Bäume mit diesen Objekten markiert, und zwar südlich der Straße Bärenhof - es handelt sich um eine Kunstaktion, mit der bereits im Stadtteil Uhlenhorst gegen die Busbeschleunigung und die damit verbundenen Fäll-Arbeiten protestiert wird.
Die Bäume gehören zum Wäldchen, das das frühere Kinderheim_Gelände an der Langenhorner Chaussee den Blicken der Öffentlichkeit bisher weitgehend entzog. Hier sollen zirka 25 Bäume gefällt werden. Der Grund: Der Bereich der Einmündung des Stockflethwegs in die Chaussee soll massiv verbreitert werden. Die kürzlich bekannt gewordenen Pläne hatten sogleich eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen. Zudem ist das Vorhaben des Bezirksamtes eine Steilvorlage für die politischen Parteien im beginnenden Wahlkampf.

100 Jahre alte Bäume sollen fallen

„Viele vitale alte Bäume, unter anderem 100 Jahre alte Kopflinden am U-Bahnhof Ochsenzoll, Bärenhof und im Gehölz, müssen erneut einem SPD-Verkehrsprojekt zum Opfer fallen. Dies passiert erneut ohne Bürgerbeteiligung und Sachverstand, da nicht einmal ein Artenschutzgutachten erstellt wurde“, kritisiert zum Beispiel der Bezirksabgeordnete Nizar Müller vom Langenhorner Ortsvorstand der CDU. Die Kommunalpolitiker haben jetzt den Dulsberger Künstler Lukas Engelhardt eingeladen, die von ihm erfundene Kunstaktion, die bereits in Uhlenhorst für Furore gesorgt hatte, auch in Langenhorn umzusetzen. Zunächst wurden zwei dieser „Umarmungen“ installiert – „weitere sollen folgen“, so Müller. Er fordert: „Der ortsprägende Gesamteindruck vom nördlichen Teil Langenhorns darf nicht negativ verändert werden!“ Die CDU hat jetzt im Regionalausschuss einen Antrag gestellt, mit dem die Fällungen verhindert werden sollen.
Mit dem Umbau der Langenhorner Chaussee wollen Polizei und Bezirksamt erreichen, dass der zu erwartende Verkehr in Richtung Auto Wichert und des vorgesehenen Park-and-Ride-Hauses so von der Chaussee abfließen kann, dass sich der Hauptverkehr nicht staut.

Falls P+R nicht kommt, wird auch nicht gefällt

Indes wurde jetzt im Regionalausschuss deutlich: Ob gefällt wird, hängt davon ab, ob das Parkhaus denn nun kommt oder nicht. Denn dann biegt weniger Verkehr in den Stockflethweg ab. Egbert Willing, Leiter Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt, berichtete von „schwierigen Verhandlungen“ um das Parkhaus. Für ihn sei klar, dass es keine Fällungen geben werde, wenn das P+R-Haus nicht komme. Bis dahin, insistierte Gulfam Malik, SPD-Fraktionssprecher im Regionalausschuss, dürfe es keine Fällungen im Wäldchen geben. Amtsleiter Willing versprach: „Das ist gesichert.“
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