Langenhorn 73 beschlussreif

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Ein Teil der Wulffschen Siedlung wurde in den 40er-Jahren gebaut. An Abriss und Neubau scheiden sich die GeisterFoto: Biehl

Bebauungsplan könnte ab Mitte November ausgelegt werden

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Das Bebauungsplanverfahren Langenhorn 73 tritt in die nächste Phase ein. Der Plan soll die Grundlage für einen schrittweisen Neubau der Wulffschen Wohnsiedlung bilden. Am Montagabend tagte - nach Redaktionsschluss - die Senatskommission. Auf der Tagesordnung: der Beschluss über die öffentliche Auslegung des B-Planes. Die Baubehörde hatte in den vergangenen Monaten die Variante 2 des Bebauungsplanes zur Beschlussreife vorbereitet. Nach einem positiven Beschluss könnte der B-Plan bereits Mitte November ausgelegt werden. Danach hätten interessierte Bürger einen Monat Zeit für Einwendungen, bevor letztlich die Bürgerschaft im kommenden Jahr den B-Plan absegnen kann.
Wie berichtet, hatte eine Bürgerinitiative (BI) gegen „Langenhorn 73“ einen Bürgerentscheid auf Bezirksebene initiiert und gewonnen. Als wichtige Argumente standen dabei der Schutz der Bewohner vor steigenden Mieten und Wohnungsverlust bei Abriss im Vordergrund.
Doch das Planverfahren wurde im März vom Senat evoziert. Seither war SPD-Fraktionschef Andreas Dressel mehrfach mit Vertretern der BI zusammengetroffen, so auch am vergangenen Donnerstag. „Die SPD ist auch eine Mieterschutz-Partei“, begründete Dressel den ungewöhnlichen Kuschelkurs, „wir möchten gern mit allen Seiten im Gespräch bleiben.“ Politik und Verwaltung wollten vor allem verdeutlichen, dass die Investoren keine Spekulanten seien, wie das im Vorfeld des Bürgerentscheides häufig unterstellt worden war. Die Eigentümer haben mittlerweile zum wiederholten Mal weit reichende Erklärungen zum Schutz ihrer Mieter abgegeben, für die sich der Mieterbeirat stark gemacht hatte.
Dennoch ist die BI nicht überzeugt. Specher Joachim Lau: „Durch die Evokation nach erfolgreichem Bürgerbegehren hat die Politik eindeutig einseitig Partei für die Investoren ergriffen – gegen Mieter und Anwohner, gegen die Bürger im Bezirk Hamburg-Nord. Wir halten es uns daher ausdrücklich offen, uns auch weiterhin im formellen B-Plan Verfahren - mit Widerspruch und Einwendungen zu Wort zu melden.“

Das SPD-Petitum
Zur Sitzung der Senatskommission haben die SPD-Abgeordneten noch ein Petitum erstellt. Ihr Antrag: „Der Senat wird ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass die Mieterschutzzusagen auch eingehalten und umgesetzt werden,
dass der angekündigte Sozialplan zur Umzugsphase vorgelegt und der Kommission für Stadtentwicklung zur Kenntnis gegeben wird, sowie dass unabhängig von den rechtlichen Regelungen entsprechend der bisherigen An-kündigungen eine ausreichende Anzahl von Stellplätzen auch tatsächlich errichtet wird.“ (bcb)
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