Lohn-Alarm am Airport

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Die Werksfeuerwehr des Hamburger Flughafens bei einer ÜbungFoto: Kuchenbecker

Flughafen-Brandschützer gründen Gewerkschaft

Von Marco Thielcke
Hamburg. Was brennt denn da am Flughafen...? - Als sich jetzt bei einer Veranstaltung in Billstedt der neue Landesverband Hamburg der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG, Hauptsitz in Solingen) gründete, sah dies auf den ersten Blick nach einer ganz normalen Sitzung aus. Doch wer bei der Veranstaltung im Kultur-Palast genau hinguckte, bemerkte: Alle anwesenden Herren arbeiten bei der Werksfeuerwehr des Hamburg Airport.
Die Neu-Gewerkschafter stellen mit 72 Mann fast die gesamte Belegschaft der 80-köpfigen Werksfeuerwehr am Hamburger Flughafen dar.
Offiziell war die Gründung des Landesverbandes der DFeuG, die insgesamt 2.800 Mitglieder hat, nötig, weil sich viele Feuerwehrleute in den großen Gewerkschaften wie Ver.di nicht gut vertreten fühlen. Ingo Schäfer, Erster Vorsitzender der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft, der bei der Gründungsversammlung dabei war, erläutert: „Feuerwehrleute gehören zu einer vergleichsweise kleinen Berufsgruppe mit speziellen Verträgen.“ Die DFeuG würde diesem Umstand besser Rechnung tragen: „Bei uns gibt es keine Funktionäre, wir sind alle Feuerwehrmänner. Wir sprechen eine Sprache, verstehen die Nöte unserer Mitglieder und können geschlossen auftreten.“
Allerdings könnte die Gründung des neuen Landesverbandes auch einen weitreichenderen Hintergrund haben. Derzeit finden nach Informationen des Hamburger WochenBlatts Tarifverhandlungen zwischen den Rettungskräften und der Flughafen Hamburg GmbH statt. Die Gespräche mit dem Flughafenbetreiber befinden sich offenbar in einem frühen Stadium.
Die Berufsfeuerwehr des Hamburg Airport fordert höhere Löhne und die Sicherung des bisherigen Renteneintrittsalters von 60 Jahren. „Die Feuerwehr hat anders als die Polizei keine Verwaltungsstellen, auf die Mitarbeiter vor dem Ruhestand versetzt werden könnten. Wir sind bis zum letzten Tag im Einsatz“, heißt es aus den Reihen der Einsatzkräfte.
Stefanie Harder, Pressesprecherin des Hamburger Airport, bestätigt, dass die Verhandlungen noch am Anfang stehen. Sie sagt: „Die Gespräche zwischen Vertretern der Feuerwehr und des Flughafens sind konstruktiv. Es geht vor allem um die Erhöhung und Einführung neuer Lohngruppen.“ Die Rettungskräfte am Flughafen werden bisher nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst entlohnt. Sie starten in der Entgeltgruppe 10 mit einem monatlichen Gehalt von 2.523 Euro. Die Feuerwehrgewerkschaft wird sich vorerst nicht an den Verhandlungen beteiligen. „Die Gespräche finden innerbetrieblich statt. Sollten sie scheitern, werden wir unsere Kameraden aber bei einer Kompromissfindung unterstützen“, sagt Ingo Schäfer von der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft. (mt) 
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