„Mehr Deponie? Nie!“

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Volker Dumann (vorn), Sprecher der Umweltbehörde, nahm den beachtlichen Stapel Einwendungs-Unterschriften der Bürger aus dem Hamburger Norden entgegen Foto: dmhuebsch

9000 Protest-Unterschriften an Behörde übergeben

Von Daniela Maria Hübsch
Hummelsbüttel. Mit 8755 Einwendungs-Unterschriften kam die achtköpfige Abordnung der Interessensgemeinschaft „Grüne Zukunft für die Hummelsbüttler Müllberge“ (IgHM) am vergangenen Donnerstag in die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Weitere Einwendungen gingen innerhalb der letzten fünf Wochen direkt beim zuständigen BSU Fachreferat Abfallwirtschaft ein. Wieviele es sind, konnte BSU-Sprecher Volker Dumann bis Redaktionsschluss nicht sagen. Nach Einschätzung der IgHM haben sich jedoch mehr als 9000 Bürger aus dem Hamburger Norden gegen die Deponie-Erweiterung ausgesprochen. Wie geht die Behörde nun damit um? Dumann: „Wir prüfen die einzelnen Einwendungsgründe sorgfältig.“
Wie geht die Behörde nun damit um? Dumann: „Wir prüfen die einzelnen Einwendungsgründe sorgfältig. Soweit erforderlich, lassen wir weitere Prüfungen vornehmen.“ Zur weiteren Zeitdauer des Verfahrens könne er aber keine Angaben machen.
Eine erste Nachbesserungsforderung an die Firmengruppe Eggers gibt es bereits. Die im Rahmen ihres Antrages eingereichte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nennt veraltete Bestandszahlen für einige unter Artenschutz stehende Tiere. „Hier mussten wir die Antragstellerin auffordern, neue Bestandsaufnahmen durchzuführen“, erläutert Petra Rosskopf vom Fachreferat Genehmigung von Abfallentsorgungsanlagen. Ob die BSU denn auch eigene Gutachten in Auftrag gibt, wollte Volker Dumann nicht konkret sagen. Er räumte allerdings ein, dass die BSU „gegebenenfalls“ ihre Fachleute zu Ortsbegehungen und Prüfungsterminen schickt.
Für die Bürger bleiben dennoch viele Fragen offen. Warum zum Beispiel hat die Behörde das Flurstück 11 im Jahr 2007 aus Privathand gekauft, es anschließend aus dem bestehenden Landschaftsschutz herausgenommen und dann für die Deponiepläne verpachtet? Dabei fordert das Landschaftsgutachten der Umweltbehörde zur Hummelsbüttler Feldmark, das 1986 erstellt wurde, dass jede weitere Deponieanlage, egal mit welchen Stoffen und unter welchem Namen, in der Hummelsbütteler Feldmark abgelehnt werden sollte. BSU-Sprecher Dumann konnte nur wiederholt versichern, dass das 1986er Gutachten in die behördeninternen Prüfungen und Bewertungen einfließe.
Bis zum Erörterungstermin, bei dem die Beteiligten noch einmal zu Wort kommen, wollen die Engagierten der IgHM weitere Schritte für den Erhalt der Feldmark prüfen. Aus diesem Grund haben sie inzwischen auch ein Fachanwalt ins Boot geholt. IgHM-Sprecherin Beate Ottini meint: „Das Deponiezeitalter in der Hummelsbüttler Feldmark ist einfach vorbei“. (dmh)
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