Mehr Fluglärm für Hamburg

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Reimer Rathje aus Norderstedt wird sich über die ungewohnte Ruhe über seinem Haus freuen. Normalerweise nervt er ihn tagein und tagaus. Fotos: Fuchs

Start- und Landebahn wegen Wartungsarbeiten zwei Wochen lang gesperrt

Von Burkhard Fuchs
Fuhlsbüttel. Das werden erholsame zwei Wochen für die Menschen in Norderstedt, Hasloh und Quickborn. Die Anwohner in Langenhorn und Niendorf dagegen werden sich weniger darüber freuen: Die Start- und Landebahn des Hamburger Flughafens in nördlicher Richtung, über die rund die Hälfte des gesamten Flugverkehrs abgewickelt wird, wird vom 13. bis 26. August komplett gesperrt. Grund dafür seien wichtige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an dieser Start- und Landebahnen 15/33, begründet Flughafensprecherin Stephanie Harder diese vorübergehende Sperrung.
Die Sperrung beginnt am Montag, 13. August, und dauert voraussichtlich bis zum Sonntag, 26. August, an. Unter anderem müssten der Gummiabrieb an den Aufsetzpunkten der Flugzeuge auf der Start- und Landebahn entfernt sowie Beton- und Asphaltarbeiten zur Beseitigung von Winterschäden ausgeführt werden, erklärt Stephanie Harder. Auch die Sielleitungen würden gespült, die Markierungen erneuert und die Startbahnbefeuerung ausgetauscht. „Diese Maßnahmen sind notwendig, um auch weiterhin einen sicheren Flugbetrieb am Hamburg Airport zu gewährleisten“, betont die Flughafensprecherin. Während dieser Zeit werde der gesamte Flugbetrieb über die Piste 05/23 (Langenhorn/Niendorf) erfolgen. Harder: „Wir bitten um Verständnis für die Maßnahme und den daraus resultierenden erhöhten Fluglärm für die Hamburger Anwohner.“
In Norderstedt und Quickborn dagegen werden sich Hans Schwarz und Eberhard von Lany, die Sprecher der dortigen Interessengemeinschaften gegen Fluglärm, über die ungewohnte Ruhe über ihren Häusern sicherlich freuen. Ebenso Reimer Rathje, der in Alt-Garstedt lebt, und jetzt eine eigene Partei gegen Fluglärm in Norderstedt gründen will, die bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr antreten soll.
Im Jahr 2011 starteten und landeten 66.458 der insgesamt 154.695 Flugzeuge (43 Prozent) in Richtung Norderstedt, also über jene Bahn, die nun für zwei Wochen gesperrt wird. Über Langenhorn waren es 46.739 (30 Prozent) und über Niendorf 37.175 (24 Prozent) aller Flieger. Umgerechnet sind das nun fast 200 Flugzeuge jeden Tag, die von 6 bis 23 Uhr umgeleitet werden müssen. Für die Menschen in Langenhorn und Niendorf bedeutet das, dass sie im August mit rund 2700 Fliegern mehr über ihren Häusern rechnen müssen.
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