Mensch und Hund trainieren im Team

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Jens Uwe Gerdes und Malinoi „Ty“: Der Vorsitzende des Vereins trainiert regelmäßig mit seinen Hunden. Fotos:sl
Von Sylvana Lublow
Hummelsbüttel. Wenn „Mad Max von der Mohnwiese“ mit Frauchen Sylvia Kasch auf den Hundesportplatz in Hummelsbüttel kommt, ist die Aufregung groß. Mad Max weiß, dass jetzt seine Hundezeit ist. Auch eine abheilende Ohrenentzündung hält den fünfjährigen Deutschen Schäferhund nicht von seinen geliebten Übungen ab. Mad Max springt über Hürden, apportiert große Holzknochen. Und das alles nur, wenn sein Frauchen ihn dazu auffordert. Dazu gehört viel Training und Geduld. Erhebt sich der Hund, bevor er den Befehl dazu erhält, wird die Übung abgebrochen und sie beginnt von vorn. Denn solche Fehler werden bei Wettbewerben sofort registriert.
„Bei uns trainieren wir mit den Hunden Vielseitigkeitssport. Das ist eine artgerechte Beschäftigung für die Tiere“, erklärt Jens Uwe Gerdes, Vorsitzender des Polizeihundsportvereins Hamburg (PHV) mit Sitz in Hummelsbüttel.
Der 1908 gegründete Verein ist einer der ältesten seiner Art in Hamburg. Polizeibeamte haben ihn gegründet, um mit ihren Diensthunden zu üben. Heute gibt es hier schon lange keine echten Polizeihunde mehr. Die haben mittlerweile ihre eigenen Ausbildungsschulen. „Seit ungefähr zehn Jahren dürfen Diensthunde keinen Sport mehr machen. Leider“, sagt Gerdes. Den Namen hat der Verein jedoch behalten. Hauptsächlich üben hier große Hunderassen, wie die Schäferhunde. „Es gibt neun Gebrauchshunderassen, die für bestimmte Dienste gezüchtet wurden und werden, wie zum Beispiel der Rotweiler zum Treiben von Rindern oder der Schäferhund als Schutzhund“, erklärt Gerdes, der selber Hundevater von zwei Malinois (Belgischer Schäferhund) ist. „Diese Rassen sind prädestiniert für den Hundesport, weil sie eine höhere Begabung dafür mitbringen.“ Zum Vielseitigkeitssport gehören drei Sparten: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. Bei der Fährtenarbeit müssen die Hunde im gleichmäßigen Tempo einer gelegten Spur folgen. Haben sie den Gegenstand gefunden, dürfen sie ihn nicht berühren, bevor das Herrchen es erlaubt. Bellen ist auch nicht erlaubt. Das Anzeigen geschieht durch Ablegen oder Setzen. Die Sparte „Unterordnen“ habe nichts mit unterwerfen zu tun, auch wenn der Begriff erst mal etwas komisch klinge, so Gerdes. Es geht um Dinge wie Bei-Fuß-Gehen, Sitz, Platz, Steh, Apportieren, Springen oder Hinlegen auf Zuruf. „Mensch und Hund sind Teampartner. Der Hund muss sich nicht unterordnen“, sagt Gerdes: „Die Hunde müssen freudig mitarbeiten wollen und Spaß haben.“ Und das haben sie. Denn die Gebrauchshunderassen besitzen angeborene Triebe, die sie ausleben wollen und müssen. Der Hundesport ist dafür eine sehr gute Möglichkeit. „Nur Gassi-Gehen und Zuhause auf dem Sofa liegen wäre nicht artgerecht für diese Hunde“ so Gerdes, der außerdem eine Hundeschule leitet.
Auch für die Hundebesitzer ist das Training mit ihren Vierbeinern eine schöne Freizeitbeschäftigung: „Frische Luft, Kameradschaft und lernen, den Hund zu erkennen “, zählt Nicole Gätjens die Vorteile auf. Sie macht seit elf Jahren Hundesport und hat schon an vielen Wettbewerben teilgenommen. Gerade hat sie sich mit Malinois-Hündin Anique für die Hanburger Meisterschaft im August qualifiziert. „Es ist spannend und aufregend, zu erleben, was dein Hund kann und was man aus ihm rausholen kann“, schwärmt die zweifache Hundebesitzerin.

Wer Interesse am Hunde-sport hat oder einfach nur mal zuschauen möchte, kann zum Hundesportplatz im Poppenbüttler Weg 27, hinter dem Möbeldiscounter, kommen. Der Verein hat derzeit 53 Mitglieder. Infos gibt es unter:
www.phv-hamburg.de
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