Mit Überraschung gewürzt

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Wahabi Nouri vor seinem Restaurant im Lehmweg, das er nach dem Gewürz Piment, dem Nelkenpfeffer, benannt hat. Der Sternekoch stammt gebürtig aus CasablancaFotos: Thielcke
 
Köstlicher Abschluss eines Menüs: ein Schneeball. Außen Eis und innen mit Holunderblütenschaum gefüllt - ein echter Sommer-Nachtisch

Sternekoch Wahabi Nouri über die Schlemmer-Aktion – und seine Frau

Von Marco Thielcke
Hamburg. Der Schlemmer-Sommer hat in den ersten zweieinhalb Wochen schon wieder scharenweise Gäste in die 105 teilnehmenden Restaurants strömen lassen. Noch bis zum 18. August kann man sich zu Zweit für 59 Euro durch die Hamburger Restaurantszene schlemmen. Das Piment in Eppendorf ließ die Gäste schon kurz vor der Gastronomie-Aktion Platz nehmen. „Der Ansturm war einfach zu groß“, sagt Wahabi Nouri, 43, Inhaber und Chefkoch des Piment. Der mehrfach ausgezeichnete Koch verrät dem WochenBlatt, was das Besondere am Schlemmer-Sommer ist und wie zwischen den französisch-marokkanischen Gängen echte Freundschaften entstehen.

WB: Herr Nouri, das Piment nimmt bereits zum neunten Mal am Schlemmer-Sommer teil. Was ist für Sie das besondere am Schlemmer Sommer?
Nouri: Ganz klar, die Gäste. Wir haben im Piment viele Stammgäste. Der Schlemmer Sommer gibt uns jedes Jahr die Chance, uns in kurzer Zeit neuen Gästen vorzustellen. Gäste, die sonst nicht ins Piment kommen würden aber trotzdem neugierig auf unsere Küche sind. Wir hoffen natürlich viele von ihnen zu überzeugen und bald wieder zu sehen.

WB: Bei Ihnen sitzen die Gäste des Schlemmer-Sommers an einem großen Tisch und wissen vorher nicht, was auf der Karte steht. Ist da schon einmal etwas schief gegangen?
Nouri: Ganz im Gegenteil, viele Gäste kommen jeden Schlemmer-Sommer zu uns. Die Idee, die Gäste an einen Tisch zu setzen, funktioniert super. Auf diese Weise sind schon viele Freundschaften entstanden. Und das Überraschungsmenü sorgt für genug Gesprächsstoff am Tisch. Falls ein Pärchen bei uns einen romantischen Abend verbringen möchte, bekommen die beiden natürlich einen eigenen Tisch.

WB: Können Sie doch ein wenig von dem verraten, was die Gäste bei Ihnen erwartet?
Nouri: Das würde doch die Drei-Gänge-Überraschung kaputt machen. Was ich sagen kann: Es wird sommerlich gekocht. Unsere Gerichte sind erfrischend und leicht, passend zur Jahreszeit und mit marokkanischen Gewürzen.
Viele denken bei nordafrikanischer Küche gleich an scharfes Essen. Das ist ganz und gar nicht so. Marokkanische Gewürze sind sehr harmonisch und unterstützen dezent die Hauptspeise.

WB: Womit würzen Sie am liebsten?
Nouri: Wir verwenden oft Salzzitronen und Cumin. Wichtig ist, dass die Gewürze genau dosiert werden, um auch den Wein zum Essen zu genießen. Zu scharfem Essen braucht man keinen Wein trinken. Das wäre schade um unsere Weine.

WB: Was kommt bei Ihnen zu Hause auf den Tisch?
Nouri: Das ist sehr unterschiedlich. Meine Frau kocht viel marokkanisch. Manchmal habe ich aber auch Lust auf Rindswurst mit Sauerkraut und Senf. Das habe ich oft gegessen, als ich früher in Frankfurt gelebt habe.

WB: Holen Sie sich Ihre Inspirationen für die Karte auch von zu Hause?
Nouri: Ja, die meisten Inspirationen für die Menükarte kommen von meiner Frau. Sie kocht leidenschaftlich gern und gut. In Marokko bereitet die Familie Frühstück, Mittag- und Abendessen zusammen zu. Schon als sie ein Kind war, hat meine Frau mit neugierigen Augen in der Küche mitgeholfen und viel gelernt.

WB: Und Ihre Ehefrau schafft es immer noch Sie kulinarisch zu überraschen?
Nouri: Ja, das tut sie noch nach so vielen Jahren. Sie hat noch eine Menge Rezepte. Die letzte Idee hat es auch auf die Karte des Piments geschafft. Eingelegte Zuchini mit ein wenig Knoblauch, Chili und Salzzitrone. Ein tolles vegetarisches Gericht.

Weitere Informationen im Internet unter www.hamburg-kulinarisch.de
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