Neues Tempo-Limit

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Der Radfahrer: Lutz Schlack (40).

50 km/h für Alte Landstraße. Mehr Sicherheit für Radfahrer

Hummelsbüttel. Vor einigen Jahren wurden einige Straßen für Geschwindigkeiten bis zu 60 Km/h freigegeben. Gleichzeitig wurden Schilder installiert, die das Radfahren auf der Straße untersagen. Eine Maßnahme zum Schutze der Radfahrer. Auch die Alte Landstraße in Hummelsbüttel wurde so zur Schnellfahrstrecke. Tempo 60 zwischen Poppenbüttel und Fuhlsbüttel. Wer es eilig hatte, so wissen es die Anwohner, war hier noch flotter unterwegs. Doch damit soll nun Schluss sein! An einem Dienstag im November wurden die Tempo-60-Schilder demontiert. „Wir sind froh, wenn die Medien darüber berichten, denn die Straßenverkehrsordnung sieht nicht vor, dass wir 50-km/h-Schilder oder andere Hinweise aufstellen können“, sagt Rüdiger Hopp von der zuständigen Verkehrsabteilung im Polizeikommissariat 35 in Poppenbüttel. Ein weiteres Schild ist ebenfalls verschwunden: Das weiße Rad auf blauem Grund. „Radfahrer können nun wählen, ob sie die Straße oder den Radweg nutzen“, erklärt Hopp. Astrid Boberg(Grüne)und André Schneider(SPD) begründen die Veränderung auch mit der Häufung schwerer Unfälle. „Seit der Einführung von Tempo 60 häufen sich auf dem Poppenbütteler Weg schwere Unfälle. Auch die Lärm- und Schadstoffemissionen sind gestiegen.“ Klaus-Peter Hesse von der CDU kann das nicht unterstreichen. „Die vermehrte Unfallgefahr ist nicht zu verzeichnen, dies zeigen mehrere Untersuchungen.“ Was die betreffenden Autofahrer, Radfahrer und Anwohner selbst zur Geschwindigkeitsreduzierung sagen, hat das WochenBlatt erfragt. Die Meinungen gehen sehr auseinander. (büh)

Der Radfahrer:
Lutz Schlack (40) aus Hummelsbüttel fährt mit dem Fahrrad täglich zur Arbeit am Flughafen, der Triebwerkmechaniker ist sich sicher: „Ich würde niemals auf der Straße hier fahren. Egal ob Tempo 60 oder 50. Das ist viel zu gefährlich. Einige Rennradfahrer machen das schon immer - mir ist das zu heikel. Die Radwege sind schon ewig kaputt. Diese Flickschusterei ist doch Blödsinn. Jetzt im Herbst liegt auf dem Radweg alles voller Laub und es ist auch hier rutschig und gefährlich. Dennoch sind viele Radfahrer unterwegs. Gerade in der wärmeren Jahreszeit und am Wochenende.

Der Anwohner:
Klaus Hayde (70),Ingenieur im Ruhestand: „Das ist schon in Ordnung, dass hier das Tempo reduziert wurde. Hier fährt ja nun dennoch jeder mit 60 Stundenkilometer. Fast alle fahren doch zehn zu viel. Ich gehe jeden Tag mit meiner Hündin Gassi und oft über die Ampel am Tröndelwisch. Viele Autos rasen bei ‚gelb‘ noch drüber. Einmal stand ein Linienbus komplett auf dem Überweg, weil er wohl nicht rechtzeitig bremsen konnte.

Der Autofahrer:
Horst Glöde (82) aus Poppenbüttel war Berufsfeuerwehrmann: „Das ist doch albern. Ich fahre hier täglich - und fast alle fahren 80 km/h. 60 wie bisher wären angebracht. Dabei müssen nur alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Dann geht das schon. Dass es keine Schilder gibt, die über die Änderung informieren, finde ich ein Unding!“ Fotos: Florian Büh
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