Noch mehr Mieterschutz

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Große Besuchergruppe in der Wulffschen Siedlung: Die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Gunnar Eisold (l.), Andreas Dressel (3.v.l.) und Andrea Rugbarth (4.v.l.), SPD-Fraktionsmitarbeiterin Kerstin Wilmes (2.v.l.), Fraktionsgeschäftsführer Dirk Kienscherf (5.v.l.), Mieterbeirätin Martina Schenkewitz, Eigentümer Thomas Haas-Rickertsen, Prokurist Jörg Drefers, Mieterbeirat Jörn Ewerlin sowie Christian Holz, Vorstandssprecher der Eigentümergesellschaft GWG Foto: Biehl

Dressel in der Wulffschen Siedlung. Neue Zusagen

Hamburg. Normalerweise duckt sich Andreas Dressel nicht so schnell weg. Der Fraktionschef der Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion ist ein gerades Kreuz gewohnt. Doch in der Wulffschen Siedlung musste er jetzt passen. „Nichts für Leute über 1,95 Meter“, schmunzelte er und zog den Kopf respektvoll vor dem Heizungsrohr ein. Der feuchte Keller eines der Siedlungshäuser, Baujahr 1942, gehörte zu seinem Besichtigungsprogramm, als er jetzt mit den Eigentümern und Vertretern des Mieterbeirates vor Ort zusammenkam. Der 38-jährige Rechtsanwalt promovierte einst zum Thema Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in den Hamburger Bezirken. Wohl deshalb gilt er im Auftrag der Fraktion als „Peacemaker“ im Streit um den Bebauungsplan Langenhorn 73. Wie berichtet, wollen die Eigentümer ihre in die Jahre gekommene Wulffsche Siedlung schrittweise durch moderne Neubauten ersetzen. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative (BI), die sogar einen Bürgerentscheid erzwang – und gewann. Den hatte der Senat allerdings per Evokation kassiert. „Wir wissen, dass es im Stadtteil noch Vorbehalte gegen Langenhorn 73 gibt. Deshalb wollen wir mit allen Seiten im Gespräch bleiben“, so Dressel. Vor dem erneuten Treffen mit ehemaligen Vertrauensleuten des Bürgerentscheides am vergangenen Montagabend hatte er weitere Zusagen erhalten.
Das sind die wesentlichen, weiteren Zusagen, die Andreas Dressel von den Eigentümer Hansa Grundstücksverwaltung und GWG-Unternehmensgruppe Stuttgart bekam:
-Für besonders schutzbedürftige Mieter (soziale Härtefälle und Mieter über 65 Jahre), die die Kündigungsschutzvereinbarungen bisher nicht unterschrieben hatten, werden noch nachträgliche Vereinbarungen angeboten.
-Statt 90 sollen nun 100 Wohnungen der 150 neu errichtenden Sozialwohnungen sein. Die Quote der öffentlich geförderten, neuen Wohnungen steigt von 60 auf 67 Prozent.
-Die Eigentümer bieten Umzugshilfen an. Sie wollen sich an Sozialplänen aus Sanierungsgebieten orientieren. Vor Umquartierung werden Wohnwünsche ermittelt.
Dressel stellte abschließend fest: „Das wird die Akzeptanz im Stadtteil und bei den betroffenen Mieter erhöhen. Auf dieser Grundlage hält die SPD-Fraktion den Bebauungsplanentwurf für zustimmungsfähig.“ (bcb)
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