NS-Opfer hat nun ein Gesicht

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Das einzige bekannte Foto von Kurt Elvers – sein Jugendfreund Heinz-Günther Lange brachte es zur Gedenksteinverlegung mit. Foto: nko/hfr

Ein Gedenkstein erinnert an Kurt Elvers

Langenhorn. Sein Name war bekannt, auch sein Schicksal und der Tag seiner Ehrung. Nur wie er aussah, das wusste mittlerweile niemand mehr. Kurt Elvers war bisher eines der zahllosen NS-Opfer, von dem 67 Jahre nach seiner Ermordung nur mehr ein paar dürre Fakten übrig geblieben waren.
Nun hat der Tote wieder ein Gesicht. Sehr zur Freude der Willi-Bredel-Gesellschaft, auf deren Initiative hin kürzlich ein Gedenkstein auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht worden war. Wie berichtet, war der Hamburger Kunststudent Kurt Elvers kurz vor Kriegsende am Höltigbaum hingerichtet worden, weil er sich nazikritisch geäußert hatte. Er war daraufhin von Mitstudenten denunziert und wegen sogenannter „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt worden. Elvers war erst 25 Jahre alt.
Der Hürther Historiker Dr. Hans Hesse hatte das Schicksal publik gemacht. Nach Angehörigen und Bildern hatte der Wissenschaftler auch öffentlich gesucht – vergeblich.
Doch während der kleinen Feier zur Einweihung des Gedenksteines auf dem „Ehrenfeld der Geschwister-Scholl-Stiftung“ habe sich plötzlich löste ein alter Mann aus der Gruppe der rund 60 Besucher gelöst, berichtet Rene Senenko von der Bredel-Gesellschaft.
Er habe sich bei den Veranstaltern als Jugendfreund von Kurt Elvers vorgestellt. Heinz-Günther Lange, so hieß der Gast, kramte aus seinem Beutel ein gerahmtes Fotoporträt von Elvers hervor und erzählte nun am Mikrofon einige Episoden aus der gemeinsamen Jugendzeit, berichtete Senenko, „das war eine unglaublich bewegende Szene.“ (bcb)
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