„Ortsamt“ zieht ins Ex-Haspa-Gebäude

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Tangstedter Landstraße 6: Wo jetzt noch Büroausstatter sitzt, soll bald das Kundenzentrum einziehen Foto: Krause

Ende 2015 soll das Kundenzentrum des Bezirksamtes nach Langenhorn ziehen

Langenhorn Die Lösung scheint in Sicht: „Wenn alles nach Plan geht, wird ab Ende 2015 das Kundenzentrum des Bezirksamtes von Fuhlsbüttel nach Langenhorn ziehen“, verkündete Bezirksamtsleiter Harald Rösler am vergangenen Sonnabend auf dem Bürgerforum von Gulfam Malik. Neuer Standort der früher „Ortsamt“ genannten Dienststelle soll das ehemalige Haspa-Gebäude an der Tangstedter Landstraße 6 werden. Wie mehrfach berichtet, waren auch Standorte am Markt im Gespräch gewesen, so ein Neubau auf dem jetzigen Schulparkplatz am Eberhofweg. Doch der Mietvertrag in Fuhlsbüttel laufe aus, mögliche neue Räume am Markt kämen zu spät, sagte Rösler. Von diesem Umzug verspricht sich der Bezirksamtsleiter „neben anderen Maßnahmen eine Belebung der ganzen südlichen TaLa bis zur Langenhorner Chaussee hin.“
Mit den rund 60 Besuchern des Bürgerforums wollte Rösler zufrieden Rückschau auf das Erreichte rund um den Langenhorner Markt halten. Doch schon die Anmoderation von Gastgeber Gulfam Malik, Spitzenkandidat der SPD für den Bürgerschaftswahlkreis 10, zeigte auch in eine andere Richtung. „Die tristen Betonfassaden am Markt, Parkplatzprobleme, gefährliche Verkehrsführung in der ‚kleinen‘ Tangstedter Landstraße und die Trinkerszene um den Bahnhof bewegen die Bürger und bereiten Sorgen“, so Malik.
Dennoch fasste Rösler eingangs erfolgreiche Langenhorner und Fuhlsbüttler Projekte zusammen und verwies darauf, dass bauliche Veränderungen nicht ohne Belastungen der Bürger möglich seien.
„Zwischen zehn und elf Millionen Euro hat die öffentliche Hand in Langenhorn verbaut“, gab Rösler zu bedenken, „das Ergebnis kann sich sehen lassen und wertet den Standort deutlich auf.“
Der mit konkreten Zahlen nachgewiesene existenzbedrohende Umsatzrückgang einzelner Geschäfte, den die Betreiber auf dramatisch reduzierten Parkraum in der südlichen Tangstedter Landstraße zurückführen, war weder für Rösler noch für seine Mitarbeiterin, die Stadtplanerin Daniela Schmidt, ein Grund, das umgesetzte Parkplatz-Konzept zu hinterfragen. Schmidt ist die zuständige Gebietskoordinatorin des Bezirksamtes, die gemeinsam mit Rösler zum Bürgerforum gekommen war. Ebenso verhallten Warnungen wegen der Verlegung des Radweges in Gegenrichtung der Einbahnstraßenführung auf die Fahrbahn. Vielstimmung vorgebrachte Risikobeschreibungen der Ausparksituation und die praktisch eingeschränkte Möglichkeit für Autofahrer, auf zügig fahrende Radfahrer zu reagieren, wurden übergangen.
Allerdings: Man werde „mit zusätzlichen Schildern die Autofahrer zur besonderen Aufmerksamkeit auffordern“, sagte Daniela Schmidt.

Kaufleute betroffen


Auch wenn Harald Rösler Einzelgespräche mit Betroffenen ankündigte – die Ehefrau eines um das Überleben seines kleinen Ladens ringenden Kaufmanns stellte verbittert fest: „Wir werden einfach nicht wahrgenommen“. Wie sich der Zuzug des Kundenzentrums auf die Parkplatzsituation auswirkt, ist offen. Zurzeit gibt es elf Parkplätze hinter dem früheren Haspa-Haus. (fjk)
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