Pastor mit Spezial-Projekt in Hamburg

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Martin Barkowski (58) ist neu im mittleren Alstertal – aber als Pastor ein ‚alter Hase‘ Foto: Krause

Kirchengemeinden des mittleren Alstertals sollen stärker zusammenarbeiten

Hamburg. Der ADAC-Fachmann wäre entsetzt. Ein Fahrzeug – und jeder Reifen daran mit eigenem Profil! Martin Barkowski hingegen lacht. Er ist kein Autoexperte, sondern evangelischer Pastor – Pastor für die Region „Mittleres Alstertal“. Im Gespräch mit dem WochenBlatt erklärt er, warum ihn unterschiedliche Profile am „Wagen“ der Kirche nicht stören. „Jede Kirchengemeinde hat ihre eigene Geschichte, wurde und wird geprägt durch die Menschen, die sich in ihr beheimatet fühlen. Das gilt besonders für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter.“ Barkowski ist mit Kirche am Wasser vertraut. Elf Jahre war er zuvor Pastor in Finkenwerder. Auf der dortigen Seite der Elbe arbeiten die Gemeinden bereits im Verbund und sind miteinander vernetzt. Dort weiß jeder „Reifen“ um Stärken und Schwächen – also um das Profil – der anderen, die den gemeinsamen „Wagen“ tragen und nach vorn bewegen. „Profil“ so der Pastor, „hat immer etwas mit Höhen und Tiefen zu tun. Wer eine durchgehende Profilhöhe aufweist, der hat eigentlich gar kein Profil.“ Wo aber die Höhen und Tiefen der Gemeinden St. Lukas, St. Marien/Nikodemus, Maria Magdalena und Christophorus liegen, das zu erarbeiten, ist eine der Aufgaben Martin Barkowkis. Es geht dabei nicht um eine Art Fehleranalyse, sondern sein auf fünf Jahre angelegter Projekteinsatz will Synergien freisetzten. Denn jede Gemeinde hat Schwerpunkte, auf die man zu Recht stolz ist, die Vorbildfunktion für andere haben könnte. Allerdings, so der erste Eindruck, das Wissen umeinander ist stark ausbaufähig. „Das ist sicher nicht bewusste Abschottung“, ist sich der Pastor sicher, „doch es ist selbst bei gutem Willen nicht selbstverständlich, den kleinen Mikrokosmos der eigenen Gemeinde zu verlassen. Dabei könnten alle davon Nutzen ziehen.“ Als eine Möglichkeit nennt Barkowski die Konfirmandenarbeit. „Junge Leute sind heute mobil – aber nicht jeder Pastor hat in gleicher Weise den Zugang zu ihnen. Hier wäre übergreifende Zusammenarbeit zumindest zu prüfen, ohne dabei die Konfirmanden der eigenen Gemeinde zu entfremden.“ Wichtig ist dem Pastor, dass die Gemeinden mehr umeinander wissen und dieses Wissen positiv nutzen. Als kleinen Auftakt dazu dient ein Videoprojekt, in dem er gemeinsam mit Filmemacher Philip Wilson Streiflichter auf einige Schwerpunkte der Gemeinden im mittleren Alstertal wirft. Passend zur Vorweihnachtszeit begleitet das Lied „Tochter Zion freue dich“ durch den Film. Uraufführung wird beim stimmungsvollen Marienmarkt bei der Kirche am Hasenberg / Maienweg sein. (fjk)

Sonntag, 1. Dezember, 11.30 Uhr, Marienmarkt um die Kirche St. Marien. Flohmarkt, Tombola, weihnachtliches Kunstgewerbe, Essen & Trinken und gemeinsames Adventsliedersingen. Um 16 Uhr wird Pastor Martin Barkowski das fertige Videoprojekt der Kirchengemeinderegion „Mittleres Alstertal“ präsentieren
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