Pioniere am Twisselwisch in Hamburg

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Einst Wildnis, zeigt die Anlage am Bornbach inzwischen erste Gartenbauspuren
 
Natascha von Elling, Vorsitzende des neuen Kleingartenvereins, lädt zum Mitgärtnern ein Fotos: Krause

Nach neun Jahren Leerstand erste Pächter in den Kleingärten

Von Franz-Josef Krause
Hamburg. Natascha von Elling ist zwar nicht die jüngste Vorsitzende eines Kleingartenvereins in Hamburg, doch mit ihren 24 Jahren ist sie eine der ganz jungen Vereinsvorsitzenden im Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e.V. Und die junge Frau weiß, was sie will. Ganz bewusst hat sie bei der Suche nach einem eigenen Kleingarten keine Parzelle in einem bereits bestehenden Verein gewählt, sondern hat als „Pionierin“ einen von 24 bislang brachliegenden Garten am Bornbach / Twisselwisch in Langenhorn übernommen. „Es hat mich gereizt, einen Garten von Beginn an nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Zudem sind die Übernahmekosten bei einem bestehenden Garten für viele junge Paare einfach zu hoch.“
So ist sie eine der sieben Gründungsmitglieder des „Kleingartenvereins 443 Gartenfreunde Am lütt’n Beek“ und sogar Vorsitzende des neuen Vereins geworden. Das Gelände, auf dem nun schon 16 neue Gartenfreunde wirtschaften, war über etliche Jahre ein Sorgenkind des Landesbundes der Hamburger Gartenfreunde gewesen.
Jahrzehntelang war die Fläche als Grabeland verpachtet worden, bis die Behörden den Bornbach renaturierten, die bisherigen Pächter vertrieben, das gesamte Gelände umgestalteten und für Dauerkleingärten zur Verfügung stellten. Das war 2005. Seither tat sich dort fast nichts mehr.
Der Landesbund ließ Parzellen mit Wasseranschluss anlegen und Hecken pflanzen – dann trat Ruhe ein, denn weder die einstigen „Grabeländler“ noch sonstige Gartenfreunde zeigten Interesse an der Gründung eines Vereins auf der Anlage.
Erst kürzlich hatten Bürger per Unterschriftenliste gefordert, das Land der Kleingartennutzung zu entwidmen. Jetzt gibt es einen Verein.
Schon vor Jahren hatte sich Roger Gloszart vom Landesbund gewundert: „Eigentlich ist es unverständlich, dass dieses geradezu kuschelige Gelände noch brach liegt.“
„Mit teilweise leichter Hanglage bieten die 24 etwa gleich großen Parzellen ideale Voraussetzungen für einen fast familiäreren Verein. Für Menschen mit etwas Pioniergeist“, sagt der Mann vom Landesbund. Nun ist die Vision des Gartenfachberaters Wirklichkeit geworden – dank der Gartenbaupioniere wie Natascha von Elling. Trotzdem sind noch Gärten zu haben. „Unser kleiner Verein hat von der Altersstruktur her eine gute Mischung“, findet die Vorsitzende, „die älteren Gartenfreunde bringen ihre Erfahrungen ein und die jüngeren ihre Begeisterung.“ Was müssen „Pioniere“ mitbringen, wenn sie einen Garten am Bornbach bewirtschaften wollen? „Etwas handwerkliches Geschick, gärtnerische Grundkenntnisse und Verantwortungsgefühl“, fasst von Elling ihre Vorstellungen zusammen, „schön wären noch weitere Paare mit Kindern, denn für die ist es hier geradezu ideal.“ Toll sei es auch, selbst angebautes Gemüse zu ernten. „Unsere erste Linda-Kartoffelernte hat einfach phantastisch geschmeckt“, schwärmt die Junggärtnerin, die ihren „grünen Daumen“ dem Großvater verdankt. Gemüse, davon ist sie überzeugt, sollte in keinem Kleingarten fehlen. „Wer Arbeit und Geld in einen Kleingarten steckt, dem sollte der Garten dafür auch etwas zurückerstatten.“ (fjk)
Nachfragen und Kontakt: Tel.: 0162/64 79 168 oder per Mail an die Adresse vorstand.kgv443@gmx.de
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