Piratenpartei hat jetzt einen Bezirksverband Hamburg-Nord

Anzeige
Die Piraten gründen Bezirksverband Hamburg-Nord. Foto: pi
Langenhorn. Umfragen im Auftrag einer Zeitschrift hatten es in der vergangenen Woche gezeigt: Aktuell käme die Piratenpartei bei einer Bundestagswahl wohl auf zwölf Prozent der Stimmen. Um einen solchen Erfolg nicht nur bei einer Umfrage, sondern bei richtigen Wahlen zu erzielen, müssen Strukturen her. Deshalb haben die Piraten im Bezirk Nord am 1. April ihren Bezirksverband gegründet – den 4. in Hamburg.
Bei der Mitgliederversammlung, an der laut ihrer Pressemitteilung knapp 40 Menschen teilnahmen, wurde Sebastian Seeger (30) zum 1. Vorsitzenden, Hartwig Olszewski (48) zu seinem Stellvertreter sowie Fritz Sauter (51) zum Schatzmeister gewählt.
Bei der Hamburg-Wahl 2011 waren die Piraten noch mit 2,1 Prozent der Stimmen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Doch die Erfolge bei Kommunal-, Regional- und Landtagswahlen in der jüngsten Zeit lassen auch die hiesigen Freibeuter hoffen. Der erste Coup war der im September 2006 gegründeten Partei im vergangenen September in Berlin gelungen. Dort holte sie aus dem Stand 8,9 Prozent und zog mit 15 Mandaten ins Abgeordnetenhaus ein. Jüngst entert sie auch das Parlament an der Saar und überholte mit 7,4 Prozent und vier Mandaten sogar die Grünen. Sogar im Europaparlament sitzen bereits zwei Piraten– das allerdings verdanken sie deren weltweit erster Partei, die im Januar 2006 in Schweden gegründet worden war. Mittlerweile gibt es Piraten in mehr als 30 Ländern weltweit. In Deutschland wird die Mitgliederzahl mit rund 23.000 angegeben.
Nach Ansicht von Wahlforschern zieht die Piratenpartei vor allem Nutzen aus der Unzufriedenheit vieler Wähler mit den etablierten Parteien oder Regierungssystemen der Länder. Zu den Hauptthemen gehören die Stärkung der Bürgerrechte durch Transparenz und Selbstbestimmung sowie Informationsfreiheit. In Langenhorn fiel die Piratenpartei zuletzt durch die Unterstützung der damaligen Bürgerinitiative „Stoppt Langenhorn 73“ auf – allerdings hatte sie auch teilweise deren Behauptungen ungefiltert übernommen. Nun wolle man gemeinsam mit den Bürgern des Bezirks eine neue Art von Politik vorantreiben, so der neue Chef Sebastian Seeger: „Beteiligung und Transparenz dürfen keine leeren Worthülsen bleiben, sondern müssen in unserer Gesellschaft verankert werden. Diese Werte vertreten wir.“ (bcb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige