Plan: Hummelsbütteler Müllberge sollen höher werden

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Im Sommer Naherholungsgebiet, im Winter Rodelbahn - Hummelsbüttler Feldmark mit Blick auf den Hummelsee und die Müllberge Foto:dmhuebsch
Hummelsbüttel. Von den Hummelsbüttler Müllbergen genießen Besucher einen traumhaften Blick über die Feldmark, den Hummelsee und Teile der Stadt. Möglicherweise stehen sie künftig noch höher: Der Umweltbehörde liegen Pläne der Firmengruppe Eggers vor, wonach diese über einen Zeitraum von elf Jahren die Müllberge mit insgesamt bis zu 300.000 Kubikmetern Bauschutt und Bodenaushub bis auf 40 Meter anheben möchte. Dies bestätigte Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde dem WochenBlatt. Er sagt weiter: „Ein offizieller Antrag ist bisher nicht eingereicht. Und Pläne reichen nicht aus, um das Planfeststellungsverfahren einzuleiten, bei dem dann auch die Prüfung der Umweltverträglichkeit ein Schwerpunkt ist und die Bevölkerung beteiligt wird.“ Auch bisher blieben Veränderungen und Pläne weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. So wurde 2004 der Landschaftsschutz für die Westseite der Müllberge aufgehoben. Und bereits seit 2002 werden immer wieder Pläne hervorgeholt, die Deponie in Hummelsbüttel zu erweitern. Die Anwohner-Interessensgemeinschaft „Grüne Zukunft für die Hummelsbüttler Müllberge“ (IgHM) sieht das mit großer Sorge und möchte diesen Schwebezustand endlich beenden. Nach ihrer Meinung bedeutet eine Deponie-Erweiterung auf Jahre ständigen Lärm, Staub und Schmutz für die Anwohner. Eventuelle Altlasten der Deponie könnten außerdem immer noch Umweltschäden in der Feldmark hervorrufen. (dmh)

Von 1967 bis 1974 wurden auf der Mülldeponie unzulässige Materialien wie Arzneimittel, Kühlschränke, Öl-, Farb- und Chemikalienbehälter oder ganze Autowracks entsorgt. 1975 verfügte die Umweltbehörde die Entfernung dieser Abfälle und erteilte die Erlaubnis, die Gruben mit Erd-
aushub, Bauschutt, Straßenaufbruch und Bäumen zu füllen.
1986 kam ein Giftskandal ans Tageslicht, das Trinkwasser war verseucht. Unter der Überschrift „Brunnen dicht – jetzt werden Leitungen gelegt“ berichtete das Hamburger Abendblatt über vergiftete Trinkwasserbrunnen in der Hummelsbüttler Feldmark. Die Folge war, dass quasi über Nacht 56 an diesen Brunnen hängende Haushalte an das öffentliche Netz angeschlossen wurden. Parallel nahm die Bau- und Umweltbehörde Ermittlungen auf, unter anderem auch gegen die Betreiber der
Hummelsbüttler Deponien. Bei den Nachforschungen stellte sich heraus, dass die in den betroffenen Brunnen festgestellten Sulfate und chlorierte Kohlenwasserstoffe die laut Trinkwasserverordnung zugelassenen Grenzen weit überstiegen.

Überprüfung gefordert

Die Verursacher wurden nie ermittelt, aber ein von der Behörde in Auftrag gegebenes Gutachten bescheinigt der Hummelsbüttler Feldmark unmissverständlich: „[…]wird klar ersichtlich, dass jede weitere Deponieanlage egal mit welchen Stoffen und unter welchem Namen [...] im Planungsraum Hummelsbüttler Feldmark nur abgelehnt werden kann.“
Beate Otteni von der IgHM fasst zusammen. „Wir fordern unter anderem, dass das gesamte Gebiet überprüft, unter Landschaftsschutz gestellt und
renaturiert wird. (dmh)
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