Querpfad wird gesperrt

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Slalom im Querpfad: Zurzeit dient er nicht nur als Schleichweg, er wird auch zugeparkt von Pendlern und nahebei Beschäftigten, die wegen einiger Baustellen weniger Parkplätze vorfindenFoto: Biehl

Verkehrsschild als Zwischenlösung - aber hilft es auch?

Von Bert C. Biehl
Hamburg. Jetzt haben es die Anwohner des Querpfades schriftlich: 1871 Autos fahren täglich durch ihre schmale Wohnstraße. In Spitzenzeiten sind es 238 Kfz pro Stunde. Das ergab eine erste Verkehrszählung, die das Bezirksamt in Auftrag gegeben hatte. Eine Vergleichsmessung soll erfolgen, wenn der knoten Ochsenzoll endgültig fertig ist.
Hintergrund der Zählungen ist die seit langem erhobene Forderung der Anlieger, den Schleichverkehr einzudämmen, indem die Benutzung der Stichstraße zwischen Am Ochsenzoll und Stockflethweg eingeschränkt wird. Statt dessen ließen Politik und Verwaltung mit dem Entwurf des Bebauungsplanes Langenhorn 68 sogar einen Ausbau des nur 6,50 Meter breiten Querpfades auf neun Meter möglich erscheinen.
Wie mehrfach berichtet, sind die Verantwortlichen nach Anwohner-Protesten nun grundsätzlich bereit, die Situation im Querpfad zu entschärfen. Der Weg dahin ist allerdings noch unklar. Wohnhof (sog. „Spielstraße“), Anlieger- oder Einbahnstraße fielen bereits als Stichworte. Die Vorschläge aus der Verwaltung gehen allerdings alle mit einer Straßenverbreiterung einher – wofür die Stadt den Anliegern Teile ihre Vorgärten abkaufen müsste.
Als Zwischenlösung will das Bezirksamt nun zunächst das Verkehrszeichen „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ mit dem Zusatzschild „Anlieger frei“ am Querpfad aufstellen. Doch die Sache hat einen Haken.
Der Haken: „Die Polizei wird dort nicht kontrollieren“, kündigte Burkhard Rüland, Abteilungsleiter Verkehr im Polizeikommissariat 34, jetzt im Regionalausschuss an.
Kann sie auch nicht: Der Querpfad sei als ehemalige Unternehmerstraße Eigentum der Liegenschaftsverwaltung der Finanzbehörde, erläuterte Bezirksamtsleiter Harald Rösler auf Nachfrage des WochenBlatts: „Damit ist diese Fläche wie ein privates Grundstück zu betrachten.“ Mehr noch: „Es gibt derzeit keine Widmungsverfügung für den Querpfad, die die öffentliche Zugänglichkeit sicherstellt.“ Somit könne die Straßenverkehrsbehörde hier keine Beschilderung anordnen und die Polizei die Einhaltung der Vorschriften nicht kontrollieren. Das Thema Querpfad wird wohl nicht so schnell von der Tagesordnung verschwinden. Denn bis 1980 gab es bereits einmal so ein Schild – nur niemand hielt sich dran. Dann schrieben Anwohner binnen drei Tagen 400 Anzeigen gegen „Schwarzfahrer“. Die Reaktion der Behörden: „Die Anlieger-Schilder wurden einfach abmontiert“, erinnern sich Jens Schlichting und Christian Reichert von der Bürgerinitiative Querpfad.
Bezirksamtsleiter Rösler empfahl, nach Fertigstellung des Kreisverkehrs in Norderstedt eine ganzheitliche Lösung für die Straßen Am Ochsenzoll und Querpfad zu finden. (bcb)
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