Radweg bald auf Fahrbahn

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Die überbreite Fahrbahn der Alsterkrugchaussee verleitet seit jeher zum zweispurigen und schnellen Fahren. Künftig werden markierte Radwege die Fahrbahn einengen. Foto: Biehl
 
Der Rad-weg an der Alsterkrug-Chaussee: Baumwurzeln sprengen den Belag, parkende Kfz behindern die Weiterfahrt.

Alsterkrugchaussee: Bauarbeiten dauern drei Wochen

Von Bert C. Biehl
Fuhlsbüttel/Langenhorn. Die Ankündigung war seinerzeit eine kleine Sensation. Jetzt wird sie umgesetzt: Das Bezirksamt Nord verlegt den Radweg an der Alsterkrugchaussee zwischen Sengelmannstraße und Erdkampsweg auf die Fahrbahn. Falls die Witterung den Straßenbauern nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht, können die Arbeiten noch in dieser Woche beginnen. Als erstes wird der Abschnitt zwischen Preetzer Straße und Etzestraße in Angriff genommen. Diese Arbeiten dauern zirka drei Wochen. Es ist das erste Mal, dass ein Radfahrstreifen auf eine stark belastete Hauptstraße verlegt wird.
Nur noch einspurig
In jeder Fahrtrichtung wird ein durchgezogener Radfahrstreifen aufgebracht. Bisher wurde die eigentlich einspurige Alsterkrugchaussee wegen der überbreiten Fahrbahn zweispurig befahren – wie übrigens auch die Langenhorner Chaussee. Künftig steht für den Autoverkehr nur noch ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung. Das Bezirksamt hofft, durch diese eindeutige Verkehrsführung zu schnelles Fahren und Überholmanöver zu unterbinden.
Wie bereits berichtet, hatte sich Bezirksamtsleiter Harald Rösler im vergangenen Jahr bei den zuständigen Behörden für diese Maßnahme eingesetzt, unter anderem bei Verkehrs-Staatsrat Andreas Rieckhof. Der Plan geht im Kern auf einen Antrag der GAL aus Mai 2011 zurück.
Die hatte den Zustand der Radwege zwischen Ochsenzoll und Sengelmannstraße beklagt. Die Radwege gelten allerdings als nicht sanierbar. Straßenbäume stehen im Weg, Rad- und Fußwege sind nach heutigen Normen insgesamt zu schmal. Wäre es nach der GAL gegangen, hätte die Verwaltung auch auf der Langenhorner Chaussee Radwege abmarkieren sollen. Denn auch dort wird oft zu schnell und zweispurig gefahren. Doch ihr Antrag war von SPD, FDP und CDU abgelehnt worden. Stattdessen wollten SPD und FDP erst ein großräumiges Verkehrsgutachten abwarten - das aber vorerst nicht in Sicht ist. Dann schlug Rösler mit seiner Teillösung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Erstens wird auf dem am geringsten vom Kfz-Verkehr belasteten Abschnitt der beiden Chausseen durch die beidseitige Abmarkierung von Radwegen eine echte Einspurigkeit je Richtung erreicht. Das dürfte die Geschwindigkeit der Kfz und damit die Unfallgefahr verringern. Zweitens sind die Radfahrer nicht mehr auf die maroden Fahrradwege angewiesen, Sanierungskosten werden gespart. Zudem kann die Verwaltung Erfahrungen sammeln, um vielleicht später einmal andere Streckenabschnitte ebenso umzubauen. Und vielleicht, so hofft Rösler, habe die Aktion ja auch den Effekt, dass immer mehr Autofahrer die Ortsumgehung nutzen. Mittlerweile werde auch überlegt, auch im benachbarten Erdkampsweg die Sicherheit mit Radstreifen zu verbessern. Für die Idee der GAL, auch die anderen stark befahrenen Abschnitte der Langenhorner Chaussee zwischen Erdkampsweg und Krohnstieg sowie zwischen Krohnstieg und Landesgrenze umzubauen, kann sich die Verkehrsbehörde gegenwärtig nicht erwärmen.
Staatsrat Rieckhof: „Der gesamte Raum würde hierdurch erheblich belasteter und stauanfälliger
werden.“ (bcb)
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