Rätsel um Polizeistuhl

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Ein ungelöstes Rätsel: Wozu diente dieser Holzstuhl, der momentan im Revierfoyer steht?Foto: Biehl

Stadtteilpolizist schreibt Chronik des Langenhorner Reviers

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Auch nach Feierabend kann Thomas Wieben das Ermitteln nicht lassen. Dann fahndet der Hauptkommissar des PK 34 in alten Büchern und Akten nach Hinweisen in einem ganz speziellen Fall: Er möchte gerne die Geschichte der Polizei seines Revierbezirks aufklären. Dazu gibt es einen guten Anlass: „Im kommenden Jahr feiert die Polizei Hamburgs ihr 200-jähriges Bestehen. Dann soll die Chronik fertig sein“, sagt der Polizist. So ganz von vorne anfangen muss er dafür nicht: Wieben hatte bereits zu zwei Tagen der offenen Tür des Kommissariats am Wördenmoorweg vor etlichen Jahren einen kurzen historischen Abriss in Image-Broschüren des Reviers veröffentlicht. Aber diesmal soll alles noch gründlicher werden. Deshalb hat sich Wieben quasi „Amtshilfe“ von dem Experten in Sachen Langenhorn-Geschichte geholt: von Erwin Möller. In seinem Archiv stehen nicht nur zahlreiche Chroniken, Möller hat auch auch mehr als 25 Jahre Erfahrung mit der Erschließung von Archivgut. „Wir waren schon zusammen im Staatsarchiv, und er zeigte mir, wie er an das Material herankommt“, berichtet Wieben. Ein Rätsel konnte auch dort nicht gelöst werden: das des seltsamen Stuhles im Revierfoyer. Wer kann Wieben weiterhelfen?
Der braune Holzstuhl mit den hölzernen Ohren und den schmiedeeisernen Lehnenrasten hatte irgendwie seinen Weg ins Haus gefunden, als die frühere „Polizeirevierwache 48“ von der Langenhorner Chaussee 8 in den Wördenmoorweg 78 umzog. Das war im Jahr 1977. Doch niemand weiß mehr genau, wozu er diente.
„Wir vermuten, dass der Stuhl in den 20er-Jahren hergestellt wurde - vielleicht war es der Chefsessel?“, fragt Hauptkommissar Wieben. Er würde das wuchtige Möbel gerne dem Polizeimuseum überlassen, das gerade in Alsterdorf entsteht und nach mehreren Ankündigungen nun zum Polizeijubiläum eröffnet werden soll. „Doch dazu müssten wir noch genaueres darüber wissen“, sagt Thomas Wieben, der alle Recherchen in seiner Freizeit betreibt. Was Wieben für seine Chronik zudem gerne noch „ausgraben“ würde, ist weiteres Material zur Polizeigeschichte zwischen Tarpenbek und Oberalster – so weit wie der Bereich des Polizeikommissariats reicht.
Möller und Wieben stießen im Staatsarchiv zum Beispiel auch auf eine Karte mit ungefähren Markierungen der Polizeiposten entlang der Langenhorner Chaussee – viele Standorte waren auch ihnen neu. „Die Polizeiposten waren früher oftmals im Wohnhaus des jeweiligen Wachtmeisters untergebracht“, sagt Erwin Möller. Vielleicht gibt es ja noch alte Fotos oder Dokumente, die bisher unentdeckt auf irgend einem Dachboden schlummerten und die Möller noch nicht kennt? „Sachdienliche Hinweise“ nimmt er unter Tel.: 531 14 83 entgegen. (bcb)
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