Schulsituation weiterhin unklar

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Das Oberstufenzentrum der Stadtteilschulen am Foorthkamp: Wie hoch ist der Sanierungsbedarf wirklich? Foto: Biehl

Stadtteilschulen: Grüne verlangen genaue Zahlen

Von Bert C. Biehl
Langenhorn. Wie gestaltet sich die Raumsituation der Langenhorner Stadtteilschulen (STSn)? Welche Pläne verfolgt die Schulbehörde in unserem Stadtteil? Und was sollen die den Steuerzahler genau kosten? Mit Fragen zu diesen Komplexen legen die Grünen in der Frage der Langenhorner Schulstandorte nach. Der Wahlkreisabgeordneten Katharina Fegebank und der schulpolitischen Sprecherin der Grünen, Dr. Stefanie von Berg, reichen die bisherigen Aussagen des Senates nicht aus. Mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage fordern sie daher Aufklärung.

Grüne fordern Aufklärung



Hintergrund ist die bevorstehende Schließung der Stadtteilschule (STS) Grellkamp. Sie darf keine neuen Schüler mehr aufnehmen. Künftige Fünftklässler, aber auch Rückkehrer von den Gymnasien werden dann an den STSn Am Heidberg und Fritz-Schumacher (FSS) untergebracht.
Die aber platzen aus allen Nähten. Sowohl der Schulentwicklungsplan als auch der Rahmenplan Schulbau sehen daher die Erweiterung der Kapazitäten an beiden Schulen vor. Nach Ansicht der Grünen divergieren die dazu bisher veröffentlichten Zahlen aber erheblich.
Der Nebenschauplatz: In die ehemaligen Räume des Gymnasiums Foorthkamp – hier lernt bereits die gemeinsame Oberstufe der beiden STSn – will die Fritz-Schumacher-Schule nun offenbar noch weitere Klassen auslagern.
Das hat jedenfalls Martin Badel, Bezirksabgeordneter und Schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, aus einem Gespräch mit der FSS-Schulleitung mitgenommen, wie er vor wenigen Tagen auf der Sitzung des Stadtteilbeirates Essener Straße bekannt gab.

Kinder sollen in maroden Gebäuden lernen



Die Pikanterie: Als das Gymnasium, Baujahr 1966, im Jahr 2008 gegen den großem Protest der Betroffenen geschlossen wurde, war der hohe Sanierungsbedarf bereits Thema.
Saniert wurde bis heute nicht, die Schulbehörde stuft den Gebäudebestand „aktuell als mangelhaft“ ein, wie die Grünen auf eine andere Kleinen Anfrage hin erfahren haben.
Vor dem Hintergrund, dass die Behörde nach eigener Aussage noch keine Pläne für die Anschlussnutzung des Schulstandortes Grellkamp hat, fragen sich SPD und Grüne, weshalb immer mehr Kinder in maroden Gebäuden lernen sollen, während nur knapp einen Kilometer weiter westlich ein völlig intaktes, weil längst saniertes, Schulhausensemble demnächst wohl leer stehen dürfte – und womöglich abgerissen wird.

Das wäre ärgerlich für den Steuerzahler.
Bemerkenswert: Über die Höhe der Sanierungskosten für den Foorthkamp gibt es keine offiziellen Zahlen.
Auch auf Nachfrage des WochenBlattes haben weder Schul- noch Finanzbehörde die Angaben präzisiert: es gebe noch keine Schätzungen, hieß es.
Kenner der Materie sehen eine Bandbreite von sechs bis 20 Millionen Euro.
Intern heißt es dazu, der Senat rechne sich die Zahlen immer so hin wie zur Durchsetzung der jeweiligen Strategie erforderlich.

Der offizielle Entwurf



Fakt ist: Der offizielle „Entwurf Rahmenplan Schulbau“ weist für Am Heidberg einen Baubedarf von 7,5 Millionen, für die FSS in Höhe von 12,4 Millionen Euro aus. Dazu Finanzbehörden-Sprecher Daniel Stricker: „Da der Schulstandort Timmerloh 27 (FSS, d. Red.) die Zweigstelle Foorthkamp 36 beinhaltet, ist das ex-Gymnasium Foorthkamp nicht auf den ersten Blick im Rahmenplan zu erkennen.“ Zu Deutsch: Die Sanierungskosten für den Foorthkamp wurden offenbar auf die anderen STSn verteilt – auch eine Form von Zahlenkosmetik.
Wenigstens während der Sanierungsphase – laut Behördenplan zwischen 2013 und 2018 – könnten die jetzigen Foorthkamp-Klassen an den Grellkamp umgesiedelt werden.
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