Soviel du brauchst

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Kirchentagspastor Ekkehard Maase gab beim Langenhorner Oktoberfest Auskunft über ‚seinen‘ Kirchentag in Hamburg. Foto: Krause

Gespräch mit Kirchentagspastor Ekkehard Maase

Langenhorn. Es gibt Dinge, auf die ist Hamburg stolz. Auf seine Weltoffenheit zum Beispiel. Darauf, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen nicht nur hier leben, sondern sich auch aktiv in die Gestaltung des Gemeinwesens einbringen. „In keiner anderen Stadt Deutschlands sind mehr unterschiedliche Religionsgemeinschaften vertreten“ sagt Pastor Ekkehard Maase, „das friedliche Miteinander in Hamburg zeichnet die Stadt aus – macht sie zu einem idealen Ort der Begegnung“.

Begegnungen

Begegnung, das ist seit November 2010 das Thema von Maase, denn damals trat er sein Amt als ‚Beauftragter der Nordkirche für den Evangelischen Kirchentag 2013‘ an. Er ist damit sozusagen der Mann, der für die rund 2,2 Millionen evangelische Christen der neuen ‚Nordkirche‘ stellvertretend die Gastgeberrolle übernommen hat. Kirchentag? Was dem Insider so flüssig über die Lippen geht, ist dennoch nicht jedem Hamburger ein Begriff. „Seit dem 1949 von Reinold von Thadden ins Leben gerufenen ersten Evangelischen Kirchentag treffen sich die Evangelischen Christen früher jährlich und nun alle zwei Jahre. In Hamburg im Jahr 2013 zum 34. Mal“ berichtet Maase „Auslöser war damals das weitgehende Versagen der Amtskirche. Kirchentagsgründer von Tadden gehörte zum kirchlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und distanzierte sich in der NS Zeit gemeinsam mit wenigen anderen Christen von den regierungshörigen ‚Deutschen Christen‘. Deshalb ist der Ausrichter des Kirchentages auch nicht die Amtskirche, sondern ein Verein, der von den Kirchenleitungen unabhängig ist.“
In Langenhorn erinnert ein in den Turm der Ansgarkirche gemauertes Hakenkreuz an die unselige Zeit der Anpassung. Was hat sich seit 1949 geändert – und, sind Veranstaltungen wie der Kirchentag heute noch zeitgemäß? „1949 ging es in Hannover um „Kirche in Bewegung“, um Aufarbeitung der Vergangenheit und Neuanfang. Dieser und die folgenden Kirchentage hatten eher Seminarcharakter, waren eher akademische Veranstaltungen. Mit dem Ansteigen der Besucherzahlen änderte sich das“ so Ekkehard Maase, „nun ging es auch zunehmend um die Selbstvergewisserung der Christen in einer säkularen Gesellschaft.“
Heute hat der Kirchentag durchaus auch einen zeitgemäßen Eventcharakter, der die Zielgruppen anspricht. „Besonders junge Leute und Menschen der Altersgruppe 55 + haben wir im Fokus“, erläutert der Kirchentagspastor „für die wollen wir ein Umfeld schaffen, das das besondere Flair Hamburgs und der Küstenregion widerspiegelt.“
100.000 Dauerteilnehmer werden erwartet. Davon sollen ca. 60.000 in Schulen – in Hamburg sind dann Ferien – untergebracht werden. Das dürften vor allen Dingen Jugendliche sein. Für die älteren Besucher setzt der Kirchentagspastor auf die Gastfreiheit der Hamburger. „Soviel du brauchst“ das Motto des Kirchentages, sollte dann auch bei der Bewertung der eigenen vier Wände gelten. „Wer Gäste bei sich aufnimmt, der erfährt eine Bereicherung“ davon ist Ekkehard Maase überzeugt, „ich bin sicher, dass viele Hamburger das auch so sehen und Kirchentagsbesucher bei sich aufnehmen.“ (fjk)

34. Evangelischer Kirchentag in Hamburg: 1. bis 5. Mai 2013. Ab November beginnt die Herbergssuche offiziell. www.kirchentag.de
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