SPD fordert bessere Absprache

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Autotunnel mit Norderstedter Stadtwappen: Das Bauwerk am Knoten Ochsenzoll pumpt nach Fertigstellung mehr Verkehr nach Hamburg, befürchten Experten. Die SPD will künftig für bessere Abstimmung und ein gemeinsames Verkehrsgutachten sorgen. Foto: Biehl

Langenhorner und Norderstedter SPD wollen gemeinsame Verkehrsplanung

Von Bert C. Biehl
Langenhorn/Norderstedt. Bisher lief es so: Die Verkehrsplaner aus Hamburg und dem schleswig-holsteinischen Nachbarn Norderstedt schmiedeten ihre Konzepte fröhlich aneinander vorbei. Information, Abstimmung, Einbindung? Fehlanzeige. Jüngstes Beispiel: der Norderstedter Knoten Segeberger und Langenhorner Chaussee. Er wird nach Fertigstellung noch mehr Verkehr auf die ohnehin schon chronisch überlastete Hamburger Einfallstraße pumpen, vermuten Verkehrsexperten.
Mit solchem Einzelgängertum wollen die Sozialdemokraten aus Norderstedt und Langenhorn nun Schluss machen. Sie setzen sich für eine zukunftsfähige Verkehrsentwicklung im Grenzgebiet ein. Auf einer gemeinsamen Vorstandssitzung im Norderstedter Rathaus wurde ein vier Punkte-Programm zur weiteren Entwicklung entlang der Langenhorner Chaussee beschlossen. Kleiner Wermutstropfen: Die SPD hat in der Norderstedter Stadtvertretung nicht die Mehrheit, und die Langenhorner SPD müsste die Hamburger Behörden davon überzeugen, auch aus der Position der Landesregierung heraus mal mit einer nachgeordneten Kommune sprechen zu wollen – dicke Bretter sind also zu bohren. Aber die Absicht steht.
„Die Verkehrsentwicklung zwischen Norderstedt und Langenhorn ist ein politisches Dauer
thema. Wir Sozialdemokraten setzen uns dafür ein, aus dem politischen Nebeneinander von Norderstedt und Hamburg(-Nord) zukünftig ein stärkeres politisches Miteinander zu machen“, sagt Christian Carstensen, Chef des SPD-Distrikts Langenhorn-Süd. Seine Genossin Katrin Fedrowitz, Vorsitzende der SPD Norderstedt: „Wir werben dafür, die Verkehrsentwicklung nach der Fertigstellung des Knotens Ochsenzoll durch ein gemeinsames Verkehrsgutachten der Stadt Norderstedt und des Bezirks Hamburg-Nord auszuwerten.“ Auch solle das Angebot zum Umstieg vom Auto in die U-Bahn oder auch auf das Fahrrad ausgeweitet werden. Die Langenhorner Bezirksabgeordnete Gabriele Greguhn merkt zum Beispiel an, dass die P+R-Anlage am Langenhorner Markt nur zu 50 Prozent ausgelastet sei: „Eine bessere und dynamische Ausschilderung könnte viele zusätzliche Pendler zum Umstieg in die U-Bahn bewegen.“ Ein weiterer Wunsch der SPD betrifft die Ausweitung der modernen Fahrradverleihsysteme. Christian Carstensen: „Für kurze Wege zwischen Norderstedt und Langenhorn bietet sich das Fahrrad als umweltfreundliche Alternative geradezu an. Wir schlagen eine Ausweitung des Norderstedter Netzes um weitere sechs Stationen in Langenhorn vor. Das würde unsere Straßen ein weiteres Stück entlasten.“
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